Das Geschäft der der Dresdner Bank nahestehenden Deutsch-Südamerikanischen Bank AG nahm auch im Jahre 1961 einen befriedigenden Verlauf. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit einem Reingewinn von 0,6 Mill. DM – entsprechend einer Dividende von 6 % auf das Aktienkapital von 10 Mill. DM. Sowohl im Aktiv- – als auch im Passivgeschäft war ein erfreulicher Anstieg zu verzeichnen. Der Einlagenbestand erhöhte sich um 35,7 %. Die Auslandsorganisation der Bank wurde durch die im Dezember 1961 in Uruguay gegründete Finanzierungsgesellschaft „Credito Germánico S. A.“, Montevideo, erweitert. Gleichzeitig mit der Gründung des „Crédito Germánico“ wurde eine weitere Gemeinschaftsvertretung der Dresdner Bank und der Deutsch-Südamerikanischen Bank errichtet. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Gemeinschaftsrepräsentanzen auf 10. Im Zuge des Ausbaus der Organisation in Lateinamerika beteiligte sich die Bank – ebenso wie die Dresdner Bank – an der Compañía General de Inversiones S. A. F., Buenos Aires, durch Übernahme eines Kapitalanteils von 3 Mill. Pesos. In ihrem Bericht über das Geschäftsjahr 1961 bringt die Deutsch-Südamerikanische Bank AG einleitend einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas sowie im Anhang Situationsberichte über die einzelnen lateinamerikanischen Länder. Danach stand Lateinamerika 1961 im Zeichen zunehmender politischer und sozialer Unruhen. Die Außenhandelsentwicklung Lateinamerikas führte bekanntlich zu einer Verschlechterung der Devisenlage. Durch Aufnahme neuer ausländischer Kredite konnten – von Cuba abgesehen – größere Transferschwierigkeiten noch vermieden werden. In einigen Ländern führte die verschlechterte Devisensituation jedoch zu einschränkenden Devisenvorschriften; ebenfalls blieb die Kurssituation der Währungen davon nicht unbeeinflußt. Dies gilt besonders für Brasilien; auch die Währungen Columbiens, Costa Ricas, Ecuadors und Venezuelas erlitten Einbußen. Das Institut, das mit der Entwicklung in Lateinamerika besonders vertraut ist, verweist u. a. darauf, daß finanzielle Entwicklungshilfe in Lateinamerika verhältnismäßig große und rasche Wirkungen erzielt, da. verschiedene dieser Länder bereits ein fortgeschrittenes Entwicklungsstadium erreicht haben.

Der Bericht der Bank gibt des weiteren Aufschluß über die privaten Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in Lateinamerika, die 1961 um 25,4 % (gegenüber 20,9 % im Jahre 1960) zugenommen haben. Die Investitionstätigkeit deutscher Unternehmen habe wesentlich zum Ausbau der lateinamerikanischen Industrie beigetragen. Sie hätte jedoch nach Ansicht des Instituts einen größeren Umfang erreichen können, wenn eine angemessene Bewertung der Risiken in den Bilanzen gestattet würde. Durch Investitionsförderungsabkommen mit diesen Ländern könnte, so meint die Bank, eine weitere Risikominderung ermöglicht werden. bon.