Vor eine schwere Entscheidung sieht sich die alsFamilienunternehmen betriebene Joh. Wilh. Scheidt AG, Kettwig, gestellt: Das Unternehmen muß auf einen Teilbereich seiner Produktion verzichten. Neben einer bedeutenden und rentabel arbeitenden Kammgarnspinnerei betreibt die Scheidt AG eine Tuchfabrik, die seit Jahren rote Zahlen bringt. Jetzt soll die Weberei stillgelegt werden. Zu diesem Schritt sieht sich das alte Unternehmen, dessen Grundkapital von 8 Mill. DM sich ausschließlich im Besitz der Familie befindet, nicht einmal direkt vom Markt her gezwungen; die Tuchfabrik hat ihren Absatz, aber sie arbeitet hoffnungslos unrentabel. Die Weberei hätte mit ganz erheblichem Kapitaleinsatz modernisiert werden müssen, und dazu sind keine Mittel vorhanden. Für eine Fremdverschuldung bietet die Bilanz keinen Spielraum mehr, und jahrelange Bemühungen, den recht beträchtlichen Grundbesitz der AG zu veräußern, um auf diesem Wege Investitionsmittel freizubekommen, sind bemerkenswerterweise an der Grundstückspolitik der Landschaftsverbände gescheitert. Die Stillegung ist jetzt die ultima ratio. Das bedeutet zwar für das Unternehmen zweifellos eine Umsatzeinbuße – das Schwergewicht des Umsatzes, der 1961 47,7 Mill. DM betrug, liegt allerdings in der Kammgarnspinnerei –, aber zugleich auch eine zu Buch schlagende Stärkung der Ertragslage. Deshalb ist die Unternehmensleitung auch bemüht, den Stillegungsbeschluß als „bewußte Konzentration“ auf den modern und erfolgreich arbeitenden Betrieb, die Kammgarnspinnerei, zu kommentieren. nmn.