• BAGDAD – Der Irak und die DDR wollen konsularische Beziehungen aufnehmen. Bonn feuerte den üblichen Warnschuß ab: Eine diplomatische Anerkennung der Zone müßte als „unfreundlicher Akt“ angesehen werden.

Wieder geht es um die Hallstein-Doktrin: Wer Pankow anerkennt, verliert automatisch die Bonner Freundschaft. Vermutlich wird aber Bagdad Damaskus und Kairo folgen und sich auf die Errichtung eines Zonenkonsulats beschränken, ohne dessen Leiter das diplomatische Exequatur zu erteilen.

  • HONGKONG – Der Exodus der Flüchtlinge hat nach einem Monat fast aufgehört. Plötzlich einsetzender Regen mag dazu beigetragen haben; doch wird das Versiegen des Flüchtlingsstroms vor allem auf das energische Einschreiten der rotchinesischen Behörden zurückgeführt.

Es bleibt die beschämende Tatsache: der Westen wurde mit dem Ansturm nicht anders fertig als durch die Errichtung eines Stacheldrahts...

  • VIENTIANE – Prinz Souvanna Phouma, der laotische Neutralistenführer, hat der prowestlichen und der prokommunistischen Gruppe ein Ultimatum gestellt. Wenn bis 15. Juni keine Koalitionsregierung gebildet wird, will er wieder nach Paris abreisen. Neue Verhandlungen bezeichnete er als „letzten Versuch für eine friedliche Regelung“.

Ein weiterer Grund für seine Eile: In Paris heiratet Ende Juni eine Tochter des Neutralistenprinzen.

  • LONDON – Unmittelbar vor Macmillans Reise nach Paris hat die britische Regierung noch einmal ihre Haltung zur „Beitrittsfrage“ geklärt.