FÜR nicht nur an der Literatur, sondern auch am Literaturbetrieb interessierte Leser –

Walter Nutz: „Der Trivialroman“ – Seine Formen und Hersteller; Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen; 119 S., 9,50 DM.

ES BESCHREIBT insbesondere den serienmäßig (und gewöhnlich Pseudonym) eigens für private Leihbüchereien fabrizierten Roman (also nicht das Groschenheft und auch nicht den Trivialroman, der über den Buchhandel verkauft wird), seine etablierten Gattungen (Frauen-, Heimat-, Berg-, Arzt-, Sitten-, Wildwest-, Kriminal- und Abenteuerroman), seine Verleger, seinen Vertrieb und seine Autoren, und das in allen Einzelheiten, mit Textproben und -analysen, Statistiken, Musterverträgen aus dieser Geschäftsbranche und Verfasserinterviews.

ES GEFÄLLT, weil Walter Nutz ohne Spott und Entrüstung, ohne unangebrachte ästhetische und voreilige moralische Urteile an seinen Gegenstand herangeht und seinen Befund nicht durch kulturkritische Polemik vernebelt. Und weil der Gegenstand selbst eminent untersuchungsbedürftig ist: Die rund 1800 jährlich in der Bundesrepublik gedruckten Bücher dieser Sorte werden, so schätzt man, etwa 400 Millionen mal jährlich ausgeliehen. Was das für Ware ist, wer an ihr verdient, wie man sie herstellt, welche Motive die Autoren bewegen – die meisten solcher Fragen finden hier eine eingehende Antwort. –a. e.