Die OTAVI-Minen- und Eisenbahngesellschaft, eine der wenigen deutschen Kolonialgesellschaften, die aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erhalten geblieben sind, war in ihrer Entwicklung bisher gehemmt. Bei der Umstellung mußte ein Kapitalentwertungskonto gebildet werden. Es hatte, im Verhältnis zum Grundkapital von 7,2 Mill., die respektable Größe von 3,6 Mill. DM. Die Ausschüttung von Dividenden und die Aufnahme zusätzlichen Eigenkapitals wurde dadurch verhindert. Eine expansive Entwicklung schien unmöglich. Durch die Rückgabe des bisher in Südafrika beschlagnahmten Vermögens der Gesellschaft kommt es nun zu einer Gesundung der Bilanzstruktur. 12,4 Mill. DM sind nunmehr freigegeben worden. Von diesem Betrag hatte die OTAVI bisher von der südafrikanischen Regierung vorschußweise ein zinsloses Darlehen von 11,7 Mill. DM erhalten. Dieser Betrag und weitere 0,7 Mill. reichen nicht nur dafür aus, das Kapitalentwertungskonto auszugleichen, sondern ermöglichen darüber hinaus Rücklagen in Höhe von 8,8 Mill. zu bilden. Obwohl diese damit das Grundkapital übersteigen, denkt OTAVI nicht an die Ausgabe von Gratisaktien. Eine Kapitalerhöhung in absehbarer Zeit scheint dagegen nicht ausgeschlossen. Sie wird vor allem der Stärkung der Geschäftstätigkeit in der Bundesrepublik dienen. Weitere Investitionen in Südafrika erscheinen ebenfalls nicht ausgeschlossen. Eine Verlagerung des Schwergewichts nach Übersee steht nicht zur Diskussion, nachdem. OTAVI zweimal als Folge großer Kriege große Auslandsvermögen verloren hat. Rlb.