Nicht von ungefähr gehören die Aktifen der Rudolf Karstadt AG, Essen-Hamburg, auch heute noch zu, den Lieblingsaktien der Börse. Die Warenhauswerte haben im Zeichen der allgemeinen Baisse eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen. Und das durchaus mit gutem Grund; denn die Erfolgskurve der Kaufhäuser steigt weiter an. Die Branche steht nach wie vor im Zeichen der Expansion. Wachsende Umsätze und eine gleichmäßige Entwicklung kennzeichnen das Bild. Die Rudolf Karstadt AG – die jetzt als erste der drei großen Warenhaus-Konzerne ihren Abschluß für 1961 veröffentlicht – kann wohl lachen: Mit einer 11,4prozentigen Umsatzsteigerung auf 1,7 Mrd. DM übertrifft Karstadt wiederum den westdeutschen Einzelhandelsdurchschnitt nicht unerheblich. Mit einer Zuwachsrate von 16 % kann die Tochtergesellschaft Kepa Kaufhaus GmbH, aufwarten. Damit überstieg der Konzernumsatz 1961 die 2-Milliardengrenze; er lag bei 2,046 Mrd. DM. Die Umsatzanteile der einzelnen Warengruppen haben sich im vergangenen Jahre kaum geändert. 52,6 (53,6) % entfielen auf Textilien, 29,5 (29,6) % auf Hartwaren und 17,8 (16,6) % auf Lebensmittel. Daß die Karstadtverwaltung auch für das laufende Jahr mit einem anhaltend guten Geschäft rechnet, unterscheidet sie merklich von Unternehmensleitungen anderer Branchen,

Aber bei Karstadt braucht sich auch die Ertragsentwicklung keineswegs hinter den stolzen Umsatzzahlen verstecken. Mit gewissen Einschränkungen darf hierbei auf zwei wichtige Kennziffern hingewiesen werden: Nochmals hat sich die Umsatzdichte je Quadratmeter Verkaufsfläche auf rund 6000 DM gesteigert. Der Umsatz pro Kopf der Belegschaft hat sich im Berichtsjahr auf rund 45 000 (42 400) DM erhöht. Das sind trotz gewisser notwendiger Vorbehalte recht markante Produktivitätsfortschritte, die für die Ertragslage bei Karstadt nicht ohne Einfluß sind. Daß das Unternehmen gut verdient hat, läßt sich aus dem vorgelegten Zahlen werk ablesen. Wie gut es verdient hat, kann man nur ahnen. Die Aktionäre nehmen mit einer Dividendenerhöhung um 2 % an den gestiegenen Ergebnissen teil. Durch die Ausschüttung von 18 % auf 160 Mill. DM – die Kapitalerhöhung um 20 Mill. DM erfolgte erst im Laufe des Geschäftsjahres – werden 28,8 Mill. DM benötigt gegenüber einem im Vorjahr ausgeschütteten Gewinn von 25,6 Mill. DM. Den freien Rücklagen werden wiederum, wie vor

Jahresfrist, 10 Mill. DM zugewiesen. Der Fiskus ist via Einkommensteuer und Ertragsteuern mit 74,38 (61,72) Mill. DM an dem Ergebnis der Karstadt AG „beteiligt“. Nmn