Im Bürgerbräu zu München wurde der „Mister Germany 1962“ gekürt. Eigentlich sind’s zwei: der minderjährige Junior Wolf gang Grandlshofer und der erwachsene Senior Reinhard Lichtenberg – vermutlich kein Nachkomme des Philosophin. Nun wissen wir also wieder einmal, wer der schönste Mann im ganzen Land ist, wenigstens an Jahr lang (Schönheit schwindet schnell).

„Mister Germany“ heißt: Herr Deutschland, hin repräsentativer Titel fürwahr. Einer für Millionen, der muß schon sehr schön sein. Oder sehr intelligent. Oder sehr stark. Oder all das zusammen? „Mens sana in corpore sanol“

Davon wurde auch geredet. Denn der gesunie Geist – so hieß es in München – ist zur „Hebung des Selbstbewußtseins“, das erklärte Ziel der Bodybuilder (Aussprache des Veranstalters: boddi-büllder). Zu diesem Zweck beschäftigen sie sich ausschließlich mit ihrem Körper, „bilden“ (=bauen) ihn.

Ein Boddibüllder also muß der sein, der Mister Germany werden will. Nicht sehr schön, nicht sehr intelligent, nicht unbedingt sehr stark, Er muß mit Muskeln protzen können, und zwar so, daß man’s sieht. Da staunt man, wieviel Muskulatur und wo überall der Mensch sie hat. Wirklich, das ist erhebend, Anatomie für Laien, nicht eben schön, aber ungeheuer interessant und buildend.

Apropos: „Künstler, ja sogar Rechts- und Staatsanwälte frönen dem Bodybuilding“, sagte einer der Offiziellen auch. Leider war kein Künstler, ja nicht einmal ein Rechts- oder Staatsanwalt auf der Bürgerbräubühne Klaus Recht