Mit einer Auswahl von Gedichten stellte die Zeitschrift „Horizon“ dieser Tage der Öffentlichkeit einen neuen amerikanischen Lyriker vor, der sich Auto-Beatnik nennt. Dieser Name ist nicht, wie man vermuten sollte, das Pseudonym eines zornigen Jünglings mit wildem Bartwuchs und knielangem Pullover – Auto-Beatnik steht im Laboratorium der General Precision Incorporated in Glendale, Kalifornien, und ist ein Roboter, ein „Elektronengehirn“.

Der zweiunddreißigjährige Robert Worthy, Trainer und Mentor der Maschine, schildert den Werdegang seines Schülers so: „Wir wollen Roboter bauen, die nicht die verschlüsselten Formeln des Maschinenjargons, sondern die englische Sprache benutzen. Wir glauben, daß man sich eines Tages mit so einem Gerät in ganz natürlicher Redeweise wird unterhalten können. Im Zuge unseres Forschungsprogramms haben wir diese Maschine entwickelt, die sowohl groteske als auch ganz gewöhnliche Wortfolgen liefert – eine Mischung, die Ähnlichkeit mit modernen Gedichten aufweist.“

So kam Worthy auf den Gedanken, Auto-Beatnik für seine poetische Sonderaufgabe zu programmieren. Er fütterte ihn mit etwa 3500 Wörtern und 128 Satzstrukturen. Wenn man jetzt ein Gedicht in Auftrag gibt, braucht man nur Reimschema und Zeilenzahl anzugeben, alles weitere tut die Maschine. Aus den entsprechenden Fächern ihres Speichers wählt sie Substantiva, Verba und Adjektiva und setzt sie nach den Regeln des Satzbaues, zusammen. Sie ist dabei schnell entschlossen: Auto-Beetnik braucht für 5000 Gedichte knapp 90 Minuten. Als Beispiel ein Zweizeiler (nicht alle Werke Auto-Beatniks sind so kurz) mit dem Titel „Kirchtürme“:

„Regt Milos Weinen die Radieschen auf?

So grünt uns Hering über alle Trauer.“

Oder soll es sich reimen? Bitte sehr:

„Der Korkenzieher wütet wie ein Ungewitter,