Daß es in der westdeutschen Montanindustrie für das Geschäftsjahr 1961 keine Dividendenerhöhungen gegeben hat, ist von den Aktionären bisher allgemein mit Verständnis aufgenommen worden. Auch die im Mehrheitsbesitz der Otto-Wolff-Gruppe befindliche Stahlwerke Bochum AG, Bochum wird kaum Schwierigkeiten haben, ihre unveränderte Dividende von 12% zu vertreten. Denn dieses Unternehmen hat mit seinem bedeutenden Flachstahl-Anteil die Flaute auf diesem Teilmarkt der Stahlindustrie heftig zu spüren bekommen und schneidet dementsprechend im Geschäftsjahr 1961 eindeutig schlechter ab als im Jahre zuvor. Konnten die Stahlwerke Bochum vor Jahresfrist einen Dividendensprung von 8 auf 12 % spielend bewältigen, so bleibt das Unternehmen diesmal nicht nur aus Solidarität mit den anderen eisenschaffenden Werken bei dem Ausschüttungssatz des vergangenen Jahres. Dabei kommt dem Bochumer Edelstahlerzeuger diesmal sogar, noch seine Unterkapitalisierung zugute: Es ist nur ein vergleichsweise niedriges Aktienkapital von 24,2 Mill. DM zu verzinsen. Die mit dem Umsatzrückgang von 385 auf 344 Mill. DM verbundene Ertragsminderung läßt sich auf dem Steuerkonto ablesen. Die ertragsabhängigen Steuern sind im Berichtsjahre um mehr als 50 nämlich von 14,7 auf 6,4 Mill. DM zurückgegangen.

Als Hauptursachen für die Verschlechterung der Ertragslage weist die Verwaltung auf die Auswirkungen von Produktionseinschränkungen, die zu Kostenprogressionen führten und auf Preiseinbußen, insbesondere im Exportgeschäft hin. Die Überkapazitäten am Flachstahlmarkt haben die gerade erst so vielversprechend begonnene Expansion der Bochumer Stahlwerke rasch wieder gebremst. Der Umsatzrückgang entfiel vor allem auf kaltgewalztes Qualitäts- und Feinblech. Umstrittene Absatzmengen und völlig unbefriedigende Erlöse waren hier die Begleiterscheinungen eines nicht nur auf die Bundesrepublik beschränkten zu schnellen Ausbaus der Erzeugungskapazitäten. Nmn