Das in der Republik von Südafrika gelegene, im Krieg beschlagnahmte deutsche Vermögen, wurde in diesen Tagen freigegeben. Die Regierung des Landes hat von jeher in der Beschlagnahme ein Unrecht gesehen und daher auf seine Freigabe hingewirkt. Das lag im Interesse Südafrikas, dessen von der Natur gegebenen Reichtümer nur erschlossen werden können, wenn ausländisches Kapital im Land arbeitet. Aus solchen Überlegungen heraus, wurde den im Lande ansässigen Deutschen, schon vor längerer Zeit ihr Vermögen zurückgegeben und den dort arbeitenden deutschen Unternehmen vorschußweise auf die Freigabe ihres Vermögens zinslose Darlehen gewährt.

Mit einer Generallösung aber wollte die südafrikanische Regierung so lange warten, bis die USA vorangegangen waren. Das mit schweren politischen Problemen belastete Land wollte einen mit Ärger verbundenen Alleingang vermeiden. Inzwischen hat sich manches geändert. Südafrika ist aus dem Commonwealth ausgeschieden: es hat damit größere politische Handlungsfreiheit gewonnen. Weiter hat sich herausgestellt, daß die amerikanische Regierung weniger denn je bereit ist, das beschlagnahmte deutsche Vermögen seinen Eigentümern zurückzugeben.

Die Regierung der Republik von Südafrika hat der Welt mit ihrem Entschluß, im Krieg beschlagnahmtes Vermögen den Eigentümern wieder auszuhändigen, ein leuchtendes Beispiel gegeben. Dies war ein mutiger Schritt, nicht zuletzt im Hinblick auf die Haltung der USA. Dort werden die Politiker, die seit Jahren von ihrer Regierung eine Respektierung des Völkerrechts fordern, nun in ihrer Auffassung bestärkt werden.

Südafrika ist ein aussichtsreiches Entwicklungsland. Es besitzt nicht nur reiche Bodenschätze und ein großes Reservoir von Arbeitskräften, sondern es bietet auch dem Kapital, das dort arbeiten will, Sicherheit dafür, daß privates Eigentum respektiert und geschützt wird. – ar.