• GENF – Die Abrüstungsverhandlungen kommen nicht vom Fleck. Letzte Woche beschlossen die 17 Delegationen, am 15. Juni in Sommerferien zu gehen.

Die Konferenz verdeutlicht das Dilemma unserer Zeit: Im Schatten der Atombombe wird die Abrüstung immer dringlicher, zugleich aber auch immer schwieriger.

  • NEW York – Holland will den Vermittlungsvorschlag des US-Diplomaten Bunker für West-Neuguinea annehmen. Sein Kern: Binnen zwei Jahren sollen UN-Beamte die Holländer ersetzen, später Indonesier die Verwaltung übernehmen. Nach einigen Jahren sollen die Papuas in einer Volksabstimmung über ihr Schicksal entscheiden.

Indonesien hat dem Vorschlag „grundsätzlich“ zugestimmt. Inzwischen gehen jedoch die Dschungel-Scharmützel weiter; Sukarno bemüht sich um weitere sowjetische Düsenjäger.

  • TEL AVIV – Am 31. Mai wurde Adolf Eichmann, der Buchhalter und Organisator der „Endlösung“, im Ramie-Gefängnis bei Tel Aviv gehenkt, nachdem sein Gnadengesuch abgewiesen worden war. Seine Leiche wurde verbrannt, die Asche ins Mittelmeer gestreut.

Eichmann war schon während des Prozesses gerichtet worden. Sein Tod: gerechtfertigte, doch höchstens symbolische Vergeltung für seine und seiner Auftraggeber Untaten.

  • PARIS – In einem Appell aus seiner Todeszelle hat Ex-General Jouhaud die OAS aufgefordert, mit dem Terror in Algerien Schluß zu machen. Die Schlacht sei verloren, bekannte Salans Stellvertreter, der auf seine Hinrichtung wartet.