Unter dem antiken Lüster stand ein Herr mit einem Mittelscheitel. Er hob seine linke Hand, und ein Boy nahm mir den Hut ab; dann hob er seine rechte Hand, und ein Kellner machte eine Verbeugung. Mit erhobener rechter Hand bat mich der Herr mit dem Mittelscheitel, unter einem großen Gemälde Platz zu nehmen. Das Lokal war über hundert Jahre alt, und acht große Gemälde hingen an den Wänden.

Der Herr mit dem Mittelscheitel stand den ganzen Abend unter dem antiken Lüster und hob entweder seine linke Hand oder die rechte Hand. Die rechte Hand hielt er aber meistens länger hoch.

Am nächsten Morgen traf ich den Herrn mit dem Mittelscheitel beim Friseur. Ich setzte mich neben ihn und sagte: „Heute abend komme ich wieder zu Ihnen, aber was konnte ich denn mal essen?“

„Das liegt ganz an Ihrer Gemütsverfassung“, sagte der Herr mit dem Mittelscheitel, „und es ist die Aufgabe des Kellners, sie vorsorglich zu prüfen.“

„Gestern brachte er mir ein Schinkenbrot und sagte, er äße auch so gern Schinkenbrot!“

„Das verstößt natürlich gegen die Gepflogenheiten unseres Hauses. Das Personal ist heute eben unzuverlässig. Da hat er sich wieder gehenlassen. Aber er hat’s schwer. Denn ihm kommen natürlich gewisse Gäste wie ein Flugblatt vor, das er schon längst gelesen hat, und er darf es sich nie anmerken lassen.“

„Und Sie stehen unter dem antiken Lüster und heben entweder die linke Hand oder die rechte Hand, aber die rechte Hand halten Sie meistens etwas länger hoch: Waren Sie auch mal Kellner?“