Die Oberprüfung aller Sondergenehmigungen für sogenannte „Multiaufsichtsräte“ hat dieser Tage die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre e. V., Frankfurt, in einem Schreiben an den Bundesjustizminister Dr. Wolfgang Stammberger gefordert. Anlaß ist der Vorwurf gegen den Sprecher des Vorstandes einer Großbank vor kurzem in einer Hauptversammlung, daß der Sprecher allein 24 Aufsichtsratsmandate innehat, und daß er diesem Angriff mit dem Hinweis auf eine Sondergenehmigung nach § 86 (2) Aktiengesetz begegnete. Es blieb offen, ob die Sondergenehmigung ihm generell oder für den Einzelfall erteilt wurde. Der Vorgang habe zu beträchtlicher Unruhe unter den Kleinaktionären geführt. Neben der Überprüfung der Sondergenehmigungen fordert die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, neue Sondergenehmigungen nicht mehr zu erteilen und die bereits gegebenen zurückzuziehen.