Feuilleton

Große Worte - kleine Ergebnisse

l~ie Folgen sind merkwürdig, wenn man sich - heute über deutsche Bildungsfragen öffentlich äußert; die Folgen, welche nicht erfolgen, sind noch merkwürdiger.

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DIE ZEIT

Blick nach vorn

Als Konrad Adenauer 1955 in Moskau eher versonnen als fragend sagte: „Wie wohl die Welt in hundert Jahren aussehen wird?“, da stieß Chruschtschow sofort zu.

Bonner Eintracht

Bundesfinanzminister Starke habe wegen der Meinungsverschiedenheiten über die Lohn- und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst mit seinem Rücktritt gedroht, eine Koalitionskrise sei nicht ausgeschlossen.

Für die Freiheit ins Exil

Die kleine Figur des Mannes auf dem Podium verschwand fast hinter dem Rednerpult. Der geprägte Kopf aber mit dem weißen Haarkranz zog siebenhundert Augenpaare auf sich.

Panne am Potomac

Einen Schildbürgerstreich sondergleichen leistete sich der amerikanische Senat. Mit großer Mehrheit (57:24) entschied das „Oberhaus“ des amerikanischen Parlaments in der letzten Woche, daß künftig keine kommunistischen oder marxistischen Staaten amerikanische Wirtschaftshilfe erhalten dürfen.

Zeitspiegel

Auch Edward M. Kennedy, genannt „Teddy“, hat eine politische Karriere begonnen: der Parteikongreß der Demokraten von Massachusetts nominierte den jüngsten Bruder des Präsidenten für die Wahlen zum US-Senat.

Wieder auf Vordermann

Der jüngste Besuch des Bundesverteidigungsministers in Washington hat in den großen militärpolitischen Fragen eine Annäherung der deutschen Vorstellungen an die amerikanischen erkennen lassen.

Zwar nicht das „Ende der Welt“, aber...

Am zweiten Tag der großen EWG-Debatte im Unterhaus sagte Harold Wilson, der Außenminister des Labour-Schattenkabinetts: „Wenn die Verhandlungen scheitern sollten, so wird es nicht das Ende der Welt sein; wir haben dann noch immer unsern großen Dollarhandel, unsern Ost-West-Handel, unsern Commonwealth-Handel.

Ist Brüssel ein Schlaraffenland?

Leben unsere zum Europadienst abgestellten Beamten herrlich und in Freuden, steuerfrei und auf Kosten des deutschen Steuerzahlers – zum Verdruß der schlecht besoldeten, hochbesteuerten Kollegen in Bonn? Diese Frage mußte sich nach der Lektüre einiger recht aufreizender Presseberichte von selber einstellen, und in der Tat griff der FDP-Abgeordnete Kohut zum Mittel der Kleinen Anfrage, um im Bundestag in Erfahrung zu bringen, ob es wohl stimme, daß .

Geheimnisvolles Haus in Ostberlin

Was es mit dem geheimnisvollen Haus in der Scharnhorststraße auf sich hat, davon erzählt einer, der dort selber – als medizinisch-technischer Assistent – gearbeitet hat.

Liebenswürdig, sachlich, undiplomatisch

In welcher Eigenschaft wird die Theatergeschichte Gustaf Gründgens am meisten ehren? Als Schauspieler? Als Regisseur? Als Intendant? So vollkommen man ihn in allen diesen Fächern nennen darf – ihm selber muß wohl die Leidenschaft des Darstellers am höchsten gelten.

Der fügsame Präsident

Welche Folgerungen werden aus dem Düsseldorfer Nachspiel zur Kilb-Affäre gezogen?

Hellas braucht Helfer

Fünfzehn Jahre lang stand Griechenland unter dem Schutz der Truman-Doktrin; seit 1947 wurde seine Verteidigung im wesentlichen von den Vereinigten Staaten finanziert.

Nordrhein-Westfalen: "Wir vermuten Schreckliches"

Die bangen Nächte des Tierhändlers Heinz Vieten in Büttgen-Vorst bei Neuß nehmen kein Ende. Nachts um ein halb zwei Uhr wird er vom Telephon aus dem Schlaf gerissen und muß sich anhören, was Unbekannte über ihn denken.

Die Axt im Haus

Wenn ich einen Nagel einschlagen will, brauche ich dazu drei – die ersten beiden klopfe ich krumm. Solche Versuche, mit der Axt im Haus den Zimmermann zu ersparen, haben dazu geführt, daß ich vor dem Zimmermann, vor jedem Fachmann, tief den Hut ziehe.

Bayern: „Deme seye nun wie ihm wolle...”

Bayerns Metropole, ein hochverschuldetes und demzufolge ziemlich sparsam wirtschaftendes Unternehmen, wurde jetzt auf einen Schlag um 50 000 Mark ärmer: Das Plenum des Münchner Stadtrats beschloß einstimmig, der Gemeinde Offenstetten ein Denkmal zu schenken.

Berlin: In Berlin wird scharf geschossen

Genau da, wo auf der Autostraße von Helmstedt nach Berlin die alte Hauptstadt richtig anfängt, an den Brücken-Säulen der Potsdamer Chaussee, hängt das große weiße Plakat mit den schwarzen Buchstaben: „Mord“.

Die Medaillenflut wird eingedämmt

Die 59. Versammlung des Internationaler Olympischen Komitees (I.O.C.) fand in Moskau statt. Zu ihrer letzten Sitzung im Jahr zuvor, waren die Olympier an einem ihnen gemäßeren Ort, in Athen, zusammengekommen.

Längst fällig sind Elfmeter nie

Der Ausruf „Schwatten, lauf“, ist grammatikalisch ganz und gar nicht zu erklären, sprachlichem Reglement zufolge gibt es ihn überhaupt nicht.

Die Nurmi-Legende

Am 13. Juni feierte ein Mann seinen 65. Geburtstag, der schon zu Lebzeiten zu einer Legende geworden ist. „Ich bin doch keen Nurm“ pflegte ein Berliner zu sagen, der das Gefühl hatte, man verlange doch etwas zu viel von ihm – ehe Redewendung, die sich in vielen Sprachen der Welt wiederholte.

An Jugoslawien gescheitert

Für die deutsche Fußball-Elf ist das Weltmeisterschaftsturnier zu Ende. Mit dem knappsten aller denkbaren Ergebnisse, mit 1:0 unterlag die Mannschaft gegen Jugoslawien.

Telstar erweitert den Horizont

Das Postamt am Himmel“ – so hat Wernher von Braun einen Satelliten genannt, der in Kürze eine Fernsehbrücke von Amerika nach Europa schlagen wird.

Spiel mit dem Zufall

Die Börse hat sich von den plötzlichen Kurs-Stürzen der letzten Maitage schnell wieder erholt. Die Baisse war ein Schreckschuß – nicht mehr – aber ein besonders unheimlicher, denn wir wissen nicht genau, was ihn ausgelöst hat.

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Die Handlinien und die feinen Zeichnungen auf den Fingerkuppen prägen sich bereits im dritten bis vierten vorgeburtlichen Lebensmonat aus.

Richtung Zukunft

In Genf gab vor einigen Tagen der Vorsitzende einer weltumfassenden internationalen Organisation Einzelheiten über einen Feldzug bekannt, den er stolz als „gewaltigstes Vorhaben, das je im Dienste menschlichen Wohlergehens unternommen wurde“ bezeichnen konnte.

De Gaulles Prinzipien

General de Gaulle will ebenso wie der deutsche Oppositionsführer vom Deutschlandvertrag und dem Abkommen über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft nichts wissen.

Zeitfragen: Wird der Seller-Teller manipuliert?

Ein Wort hat in den vergangenen Jahren Karriere gemacht: manipulieren. Sicher, weil es die deutsche Neigung ausdrückt, allerzeit und allerorts anonyme Machenschaften der abgefeimtesten Sorte zu wittern.

Döblin in Hollywood

,Döblin... gleich ein paar anderen Gefährdeten bekam er. eines Tages einen Vertrag der Metro-Goldwyn. Es war kein glanzvoller Vertrag, aber er bot eine Existenzgrundlage für ein Jahr in Hollywood, als Script Writer der Metro – und das Entscheidende war: mit so einem Vertrag bekam man das amerikanische Visum .

Robert Neumann;: Meine Freunde, die Kollegen

Robert Neumann beendet in dieser Nummer einen Erfahrungsbericht über seine Freunde, die Kollegen. Als roter Faden dienten ihm dabei seine Parodien, die gelungenen wie die weniger gelungenen.

Avantgarde des Schweigens

Wann endlich wird das Publikum den Unterschied zwischen dem „Nichts“ und einem gestalteten Schweigen begreifen? Die nicht-bemalte Leinwand in der jungfräulichen Erwartung des ersten Pinselstrichs – das wäre ein Nichts in Kunst.

Zeitmosaik

Da ich in meiner Jugend eine Zeitlang selbst dazugehört habe, kann ich aus eigener Erfahrung bekennen, daß es keinen verzehrenderen, frecheren, höhnischeren, teufelsbesesseneren Hochmut gibt als den der avantgardistischen Künstler und radikalen Intellektuellen, die von eitler Sucht bersten, tief und dunkel und schwierig zu sein und wehe zu tun.

Wolfgang Ebert:: Kummer mit Oliver

Wdigte ich mich schließlich bei Herrn Dietrich Wie geht’s denn dem kleinen Oliver?“ erkunüber den Gartenzaun hinweg, obwohl mich eigentlich das Wohlbefinden seines vorlauten, grenzenlos verwöhnten, bösartigen Sprößlings keinen Deut scherte.

Wolf Jobst Siedler als Gastkritiker;: Traurige junge Männer mit grauen Haaren

Man kann seine Zweifel daran haben, ob das Wort vom Jahrhundert des amerikanischer Romans jemals seine Berechtigung hatte, aber wenn es einmal so aussehen konnte, so vor allem dank Sinclair Lewis, Upton Sinclair, Theodore Dreiser und John Dos Passos, mit denen Amerika – trotz Hawthorne und Melville und Henry James und trotz der utopischen Literatur der neunziger Jahre – literarisch erst zu sich selber kam.

Hüben und drüben: Vorurteile

In der Süddeutschen Zeitung finde ich eine Abhandlung von Nathalie Sarraute. Letztens wurden wir in deutschen Blättern etwas häufig mit Aufsätzen von Robbe-Grillet und Butor bedacht.

Strawinskij im Buch

Rechtzeitig zum 80. Geburtstag Igor Strawinkijs am 17.......................................................................

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT sechs Stücke von sechs Deutschen, die zwischen 1922 und 1927 geboren wurden, nämlich Heinar Kipphardt, „Die Stühle des Herrn Szmil“; Peter Hirche, „Die Söhne des Herrn Proteus“; Herbert Asmodi, „Nachsaison“; Tankred Dorst, „Gesellschaft im Herbst“; Richard Hey, „Der Fisch mit dem goldenen Dolch“; Leopold Ahlsen, „Philemon und Baukis“.

Das Amerika der Pioniere

Nun kann man natürlich einen sehr erhabenen Standpunkt einnehmen und dekretieren: das sei eben das Kennzeichen aller Großen, daß ihr Oeuvre sich im Laufe der Jahrhunderte immer mehr reduziere, ja, schließlich beim Ein-Wort-Begriff lande.

Theater

Im Gladbacher Haus der Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach wurde die zum „szenischen Bericht“ gestraffte Neubearbeitung eines Stückes vorgestellt, das 1957 unter dem Titel „Konzert an der Memel“ vom Schwäbischen Landesschauspiel in Memmingen uraufgeführt worden war.

Fernsehen: Spanien in Österreich

Der Chronist, den es urlaubshalber nach Kärnten verschlagen hat, muß von einem nachdenkenswerten Erlebnis Bericht erstatten: Er wohnte der Vorführung Spaniens in Österreich bei.

Film

„Die drei Wahrheiten“ (Frankreich; Verleih Europa): Eine alternde Kunsthändlerin verliebt sich in einen attraktiven Taugenichts.

Funk

Man glaubte auf diese Vorführung (in der Reihe „Frühe Hörspiele“) gespannt sein zu dürfen. Hatte der Sender doch zuvor verlautbaren lassen, das Funkstück, „das erheblich mehr als eine Bearbeitung der Kleistschen Novelle, das eine eigenschöpferische Arbeit Arnolt Bronnens war“, habe 1927 beträchtliches Aufsehen erregt.

Verkehrssünden der Vergangenheit

Zu den Hauptsorgen der öffentlichen Nahverkehrsbetriebe zählt die zunehmende Verstopfung der Straßen. Straßenbahnen und Linienbusse schleichen während der Spitzenzeiten im Fünf-Kilometer-Tempo durch die Großstädte.

Zwischen Geschäft und Politik

Dem Berufe nach Kaufmann und Unternehmer, hatte sich Duttweiler in verschiedenen Branchen und auch im Ausland Erfahrungen gesammelt, die er 1925 zielstrebig in die Tat umzusetzen wußte.

Der Mietpreis der Freiheit

Und so sehe ich mich leider gezwungen, die Miete um 50 Prozent auf 540 DM zu erhöhen.“ Von diesem Tiefschlag konnte sich der Empfänger dieser lapidaren Mitteilung – Besitzer einer Dreizimmerwohnung in Bonn – lange Zeit nicht erholen, aber dann tröstete er sich mit vielen anderen (un-) glücklichen Inhabern bewirtschaftungsfreier Wohnungen, denen in den letzten Monaten ähnliche Hiobsbotschaften in die Briefkästen geflattert waren.

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