Lächelnde Mienen machen eine Pleite nicht angenehmer. Der sowjetische Anti-EWG-Appell an die Afrikaner klang noch in aller Ohren, als die EWG-Regierungen in Brüssel sich für zeitweise zahlungsunfähig erklärten. Die „Sechs“ konnten sich nicht über die künftige Hilfe für die 16 assoziierten Afrika-Republiken – mit rund einem Viertel der Bevölkerung des Kontinents – einigen.

Mag sein, daß in der nächsten Sitzung am 19. und 20. Juni die langerwarteten Groschen fallen – jedoch sicher nicht in der von den Afrikanern erwarteten Menge. Sie verlangen für die neue Assoziierungs-Periode bis 1968 mindestens 1600 Mill. Dollar. Die EWG aber zankt sich, ob sie 680, 781 oder 960 Mill. Dollar zahlen will – und über den Anteil der einzelnen Staaten. Soll Luxemburg 0,2 % oder 3 %, Bonn 34 % oder 40 % zahlen?

Es steht fest, daß die EWG-Staaten künftig mehr als in dem zu Ende gehenden Fünf-Jahres-Zeitraum aufbringen müssen. Bisher waren es 581 Mill. Dollar. Sogar die sparsamen Holländer haben nicht die Illusion, daß die wirtschaftliche Verbindung mit dem assoziierten Teil Afrikas für diesen Preis erhalten werden könne. Man rechnet mit einem Angebot von 800 Mill. Dollar – gerade genug, um bei den schwarzen Freunden Unzufriedenheit mit dem nicht eben verarmten Europa zu ernten. Europa wird höher gehen müssen. H. B.