Da ich in meiner Jugend eine Zeitlang selbst dazugehört habe, kann ich aus eigener Erfahrung bekennen, daß es keinen verzehrenderen, frecheren, höhnischeren, teufelsbesesseneren Hochmut gibt als den der avantgardistischen Künstler und radikalen Intellektuellen, die von eitler Sucht bersten, tief und dunkel und schwierig zu sein und wehe zu tun. Franz Werfel

Wo ist der deutsche Edgar Wallace?

Weil Wilhelm Goldmann dringend deutsche Kriminalroman-Autoren sucht, hat er zur 40-Jahr-Feier seines Verlages einen „Edgar-Wallace-Preis 1963“ gestiftet. Er ist mit 15 000 Mark dotiert und in vier Prämien à 6000, 4000, 3000 und 2000 Mark aufgeteilt, mit denen deutschsprachige Autoren ausgezeichnet und gefördert werden sollen. Einsendeschluß ist der 31. März 1963.

Wissenschaftliche Menschheitsverbesserung

Der weltberühmte englische Biologe Sir Julian Huxley setzte jetzt seine wissenschaftliche Autorität ein, um ein Zukunftsbild wahr werden zu lassen, wie es sein Bruder Aldous Huxley vor dreißig Jahren in dem Roman „Wackre neue Welt“ als Schreckensvision entworfen hatte. Huxley schlägt vor, daß mit Hilfe von künstlicher Befruchtung erlesene Mannsbilder unsere: vertrottelten Menschheit eugenisch auf die Sprünge helfen, falls das Bild in diesem Zusammenhang er laubt ist. Im Aufschrei allgemeiner Empörung waren doch auch zustimmende Kommentare zu hören – wie der des Oxforder Biologieprofessors C. D. Darlington, welcher darauf hinwies, normaler ehelicher Nachwuchs sei nicht viel wert und viele große Männer – Leonardo, Erasmus, Lincoln – seien die Produkte außerehelicher Liaisons gewesen. Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen ...

Chronist Walser

Martin Walsers zweites Theaterstück, „Eiche und Angora“, eine Chronik in zwölf Bildern, wird zur Eröffnung der diesjährigen Berliner Festwochen, inszeniert von Helmut Käutner, im Schiller-Theater uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt Horst Bollmann.