FÜR Theaterbesucher, die Regisseuren und Schauspielern nicht aber den Weg trauen oder nachlesen wollen, was sie selber im Theater nicht ganz „mitbekommen“ haben:

„Junges deutsches Theater von heute“; Albert Langen / Georg Müller Verlag, München; 424 S., 9,80 DM.

ES ENTHÄLT sechs Stücke von sechs Deutschen, die zwischen 1922 und 1927 geboren wurden, nämlich Heinar Kipphardt, „Die Stühle des Herrn Szmil“; Peter Hirche, „Die Söhne des Herrn Proteus“; Herbert Asmodi, „Nachsaison“; Tankred Dorst, „Gesellschaft im Herbst“; Richard Hey, „Der Fisch mit dem goldenen Dolch“; Leopold Ahlsen, „Philemon und Baukis“. Alle sechs sind bereits aufgeführt worden, am häufigsten Ahlsen, der auch der gewandteste ist.

ES GEFÄLLT, weil dem neugierigen Leser nicht gesagt wird. was er zu denken hat. Anstatt die einzelnen Stücke zu interpretieren und ihnen einen gemeinsamen Nenner zu suchen, behandelt Joachim Kaiser im Vorwort „Drei Schwierigkeiten beim Schreiben des Dramas“: die Helden, die Dialoge, die Stoffe. Nicht nur hier, sondern ganz allgemein. Wer den klaren, kritische Theatererfahrung zusammenfassenden Essay gelesen hat, der besitzt eine gedankliche Richtschnur, an der entlang er sich einen Weg durch diese sechs Stücke suchen kann, von denen nicht jedes die für seinen Verfasser bezeichnendste Arbeit ist. Jac