Der kanadische Landmaschinenkonzern Massey-Ferguson Ltd., Toronto, hat sich in den letzten Jahren leistungsfähige Stützpunkte in Europa geschaffen. 12 Produktionsstätten sind nach und nach in England, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik übernommen bzw. aufgebaut worden. Der Hauptteil der Konzerninvestitionen lag in diesen Ländern. Sie machten seit 1959 jährlich etwa 70 Mill. Dollar aus. Finanziert wurden sie durch rund 22 Mill. Dollar Abschreibungen jährlich sowie durch Re-Investierung der Gewinne und durch kurzfristige Kredite. Der Marktanteil von Massey-Ferguson an der Welt-Landmaschinenerzeugung beträgt zur Zeit etwa 10 bis 12 %. Diesen Anteil will man sich auch in der Bundesrepublik erobern! Vorläufig (im Jahre 1961) liegt Massey-Ferguson noch bei 4,2%. Das Ziel ist also weitgesteckt, aber wenn man die Fortschritte der vergangenen Jahre berücksichtigt, dann sollte man meinen, daß hier keinem Phantom nachgejagt wird. 1952 spielte das Unternehmen in der Bundesrepublik (deutsche Tochter: Massey-Ferguson GmbH, Kassel, Grundkapital 19 Mill. DM, 164 Mill. DM Umsatz 1961, noch keine nennenswerte Rolle. Seither ist man sprunghaft vorangekommen. Wie der Generaldirektor der deutschen Gesellschaft, Richard A. Diez, sagte, strebt das Unternehmen für das Jahr 1962 eine weitere beträchtliche Umsatzsteigerung an (200 Mill. DM sollen überschritten werden).

Daraus wird deutlich, daß sich der Wettbewerb auf dem deutschen Landmaschinenmarkt, besonders auf dem Schlepper-Sektor, künftig noch verschärfen wird. Nur wirklich leistungsfähige Unternehmen können sich auf die Dauer durchsetzen. Eine „Bereinigung“ oder deutlicher gesagt „Konzentration“ wird die Folge sein. Sie ist bereits im Gange, aber noch längst nicht abgeschlossen. Die Landmaschinenfabrik von morgen wird ein vollständiges „Programm“ anbieten müssen, von den verschiedenen Schleppertypen bis zum selbstfahrenden Mähdrescher (eine besondere Stärke von Massey-Ferguson). Die Verkaufsformen müssen revolutioniert werden. Massey-Ferguson ist dabei, ein engmaschiges Vertriebs- und Kundendienstnetz aufzubauen, um direkt – ohne Einschaltung des Landmaschinenhandels – Kontakt zur Kundschaft halten zu können. -dt