Es sind nicht die kunstvollen Plastiken, die bei der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther AG., Selb, im Berichtsjahr das Rennen gemacht haben, wenn sie auch zum Renommee diese Unternehmens beitragen. Der Absatz an figürlichem Porzellan konnte im Gegensatz zu anderen Erzeugnissen nur geringfügig gesteigert werden. Der Verkauf von Geschirrporzellanen dagegen hat bei erhöhten Preisen zu einer Umsatzsteigerung um 10 % auf fast 40 Mill. DM beigetragen. Mit dieser Wachstumsrate lag das Unternehmen, an dessen Grundkapital von nunmehr 7,5 Mill. DM die Münchener Rückversicherungsgesellschaft mit über 25 % beteiligt ist, über dem Branchendurchschnitt (8,7 %). Der Exportanteil der Firma liegt mit 35,4 % über dem Branchendurchschnitt (31,4 %). Der in der Porzellanbranche besonders hohe Personalkostenanteil machte bei L. Hutschenreuther 1961 unverändert 49 % (bei 2950 Beschäftigten) der Umsatzerlöse aus. Entsprechend empfindlich wirken sich bei dem Unternehmen Lohnerhöhungen aus. Für diesmal konnte noch ein um 31 % höherer Gewinn ausgewiesen werden. Die Dividende konnte auf 15 (14) % auf das um 1,6 Mill. DM aufgestockte Grundkapital erhöht werden. Die gesetzlichen Rücklagen erhielten aus dem Agio und der Verwertung der freien Spitze etwa 3/4 Mill. DM. Nach Angäben der Geschäftsleitung hat sich der Umsatz in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres weiter um etwa 10 % gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres erhöht.

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Der Aufsichtsrat der Phoenix Gummiwerke AG, Hamburg-Harburg, stimmte dem Vorschlag des Vorstandes an die zum 17. Juli 1962 einzuberufenden Hauptversammlung zu, eine Dividende von 14 % und einen Sonderbonus von 2 % auf das Grundkapital von 35 Mill. DM auszuschütten. Angesichts der Ausweitung des Geschäftsumfanges und der weiteren Investitionen erscheint der Verwaltung eine erneute Stärkung der Eigenmittel richtig. Es ist beabsichtigt, von der noch bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Ausgabe von 5 Mill. DM neuer Aktien keinen Gebrauch zu machen, sondern der Hauptversammlung vorzuschlagen, daß der Vorstand ermächtigt wird, bis zum 30. Juni 1965 3,5 Mill. DM zum Bezugskurse von 100% unter Einräumung eines mittelbaren Bezugsrechtes der Aktionäre auszugeben und 1,5 Mill. DM im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat für bereits vorgenommene und geplante Aufwendungen im Interesse der Gesellschaft einzusetzen. Die günstige Entwicklung der Gesellschaft hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres fortgesetzt. Sofern nicht unerwartete politische und wirtschaftliche Störungen auftreten sollten, ist auch für das laufende Jahr mit einem befriedigenden Geschäftsergebnis zu rechnen. Li

Die Hochtief AG für Hoch- und Tiefbauten, vorm. Gebr. Helfmann, Essen, deren Majorität beim RWE und der AEG liegt, hat 1961 Umsatzerlöse von 305,2 gegen 206,9 Mill. DM erzielt. Die Bauleistung hat sich nach dem Geschäftsbericht mit 441,0 um 23 (20) V. erhöht. Rund 75 % des Inlandumsatzes entfielen auf Hoch-, Industrie- und Brückenbauten und knapp 25 % auf Tiefbau-Aufträge. Der Mangel an Arbeitskräften verursachte stärker als in den Vorjahren erhöhte Lohnaufwendungen und damit höhere Baukosten. Es waren wieder beträchtliche Geräteinvestitionen notwendig. Die Anlagezugänge stiegen auf 27,3 Mill. DM, davon wurden 14,7 Mio. DM durch Abschreibungen finanziert. Außerdem standen 3,2 Mill. DM aus dem Agio der Kapitalerhöhung zur Verfügung. Bemerkenswert gestiegen sind die Ertrags-und Vermögenssteuern (von 7,9 auf 13,2), im Bericht vermißt man eine Erläuterung hierzu. Der Gewinn erhöhte sich auf 2,4 (15), mit dem Vortrag auf 2,53. Nachdem, im Vorjahr 20 % Dividende einschließlich 4 % Bonus auf das alte Kapital ausgeschüttet wurden, wird das erhöhte Kapital jetzt mit einer Dividende von 16 % bedient. ga

Bei der E. Merck AG, Darmstadt, wurde der Geschäftsablauf 1961 in ständig zunehmendem Ausmaß von den gleichen negativen Faktoren beeinflußt, die auch das erheblich verminderte Wachstum der westdeutschen chemischen Industrie bestimmten. Die Warenerlöse stiegen nur um 3 % (12 %) auf 233,3 Mill. DM Der deutlichen Abschwächung im Exportgeschäft stand eine lebhafte Aufwärtsentwicklung im Inland gegenüber. Investiert wurden 15,2 (12,3) Mill. DM bei nur 9,2 (9,0) Abschreibungen. Trotz des abermaligen Anstiegs der Personalkosten, fühlbarer Verteuerung der Investitionen und erhöhtem Aufwand für Forschung und Entwicklung war es möglich, den Ertrag überproportional zu steigern. Bei Ertrag- und Vermögenssteuern von 13,7 (14,4) verblieb ein Gewinn von 4,1 (3,1) Mill. DM. Es werden wieder 10 % Dividende auf das erhöhte Kapital von 40,0 (30,0) Mill. DM ausgeschüttet. Ga.

Die Hackethal-Draht- und Kabel-Werke AG, Hannover, erhöhten ihren Umsatz im Jahre 1961 um 15,6 % (Vorjahr 20 %) auf 171 Mill. DM. Im Vorjahr konnte dagegen noch ein Mehrumsatz von 20 % erzielt werden. Der Exportanteil am Gesamtumsatz hat sich auf der Höhe des Vorjahres (7 %) gehalten. Gängige Erzeugnisse waren auf den Auslandsmärkten zu kostendeckenden Preisen nicht mehr unterzubringen, heißt es im Geschäftsbericht. Auftragseingang und Umsätze des laufenden Jahres lassen bisher einen befriedigenden Geschäftsverlauf erwarten, jedoch ist zu bezweifeln, ob der Anstieg der Personalkosten im Jahre 1962 durch Rationalisierungsmaßnahmen aufgefangen werden kann. ei.

Die Stradtschaft der Mark Brandenburg, Berlin, (öffentlich-rechtliche Hypothekenbank), die am 1. April 1962 auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken konnte, wurde erst im August 1956 wieder zumNeugeschäft zugelassen und befindet sich also noch im Stadium des Wiederaufbaues. In den 5 Jahren seit der Wiederzulassung hat sich ihr Geschäft – gemessen an dem begrenzten Tätigkeitsgebiet – jedoch gut entwickelt. Die Bilanzsumme stieg per 31. 12. 1961 von 14,4 Mill. DM auf 47 Mill. DM. Das Institut beschafft sich zur Zeit die für die Darlehnsgewährung erforderlichen Mittel durch Aufnahme von Schuldscheindarlehn. Seit Wiederzulassung zum Neugeschäft hat die Stadtschaft fast 30 Mill. DM neue Hypotheken gewährt, davon allein 11,7 Mill. DM im letzten Geschäftsjahr. 1961 wurde ein Gewinn von 0,23 Mill. DM erzielt, der den Rücklagen zugeführt wurde. Für 1962 wird nach dem Bericht des Vorstandes ein befriedigendes Ergebnis erwartet. ei.