Die Sarotti AG bekennt sich nach wie vor zur Preisbindung. Direktor Mielert gab auf der Hauptversammlung der Gesellschaft der Überzeugung Ausdruck, daß die Preisbindung alles in allem dem Verbraucher zugute komme und entgegen manchen polemischen Angriffen dem Gesamtgefüge unserer sozialen Marktwirtschaft dienlich sei. Der Gedanke, daß der „graue Markt“ eine Folgeerscheinung der markenorientierten Preisbindung wäre, sei abwegig. „Der graue Markt ist nicht ein Resultat der Preisbindung, sondern ein durch die Marktwirtschaft ermöglichter Auswuchs der Tatsache, daß der Vertriebsweg der Industrieprodukte über mehrere Handelsstufen zum Verbraucher geht und einzelne Mitglieder einer übergeordneten Handelsstufe die ihr marktwirtschaftliche zugeordnete Funktion mißbrauchen, indem sie die Erzeugnisse unmittelbar an den Konsumenten veräußern. Die Wurzel des Übels liegt nicht in der Preisbindung, sondern in der mangelnden Disziplin und kaufmännischen Moral gewisser Händler.“ Im übrigen habe sich die Preissenkung als richtig erwiesen (Das Unternehmen hatte zu Beginn des Jahres die Preise für seine umsatzstärksten Tafelsorten von 1,30 DM auf 1,10 DM herabgesetzt). Die Erfolge der letzten Monate verstärkten die Überzeugung, daß sich die Umsätze auch weiterhin überdurchschnittlich stark beleben würden. Zweckbehauptungen interessierter Kreise, wonach Gewinner in den Preisauseinandersetzungen diejenigen Hersteller seien, die ihre Preise nicht gesenkt hätten, seien jedenfalls für die Sarotti AG durch die jüngsten Umsatzerfolge widerlegt worden. bon