Die Kapitalmehrheit an den seit über hundert Jahren bestehenden, quicklebendigen Chemischen Werken Albert in Wiesbaden-Biebrich befindet sich auch heute noch in den Händen der Gründerfamilie. Die soeben vorgelegte Bilanz für das Geschäftsjahr 1961 zeigt eine ausgezeichnete Struktur. Das Anlagevermögen in Höhe von 18 Mill. DM ist durch eigene Mittel voll gedeckt. Das ist um so bemerkenswerter, als seit der Währungsreform rund 50 Mill. DM investiert wurden. Etwa drei Viertel der Zugänge wurden über Abschreibungen finanziert. Die übrigen Bilanzpositionen sind ebenfalls gut ausgewogen. Das Verhältnis zwischen eigenen und fremden Mitteln ist günstig. An der Bilanzstruktur dürfte sich auch nichts ändern, wenn im laufenden Jahr die Wandelanleihe in Aktien umgetauscht wird. (Das Eigenkapital erhöht sich dann von 15,6 auf 23,1 Mill. DM und die Rücklagen von 6,4 auf 8,9 Mill.) An die Stelle der Wandelanleihe und der langfristigen Verpflichtungen tritt ein neuaufgenommenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 7,5 Mill. DM. Die Bilanz wird sich entsprechend verlängern.

Die zusätzlich hereingenommenen Mittel braucht das Unternehmen für Investitionen im laufenden, eventuell auch erst im nächsten Jahr. Es ist vorgesehen, Anlagen zu erneuern, zu verbessern und, wo dies als richtig erscheint, auch zu erweitern. Die Chemischen Werke Albert sind sehr darauf bedacht, sich laufend dem modernen Stand der Technik anzupassen. Auf Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird besonders großer Wert gelegt. Naturgemäß geschieht dies in den sechs Sparten des Unternehmens mit unterschiedlicher Intensität. Gebiete, die aussichtsreich erscheinen, werden gefördert, umgekehrt scheut die Verwaltung nicht davor zurück, einzelne Gebiete abzustoßen.

Der Verkauf eines Geschäftsteiles und eine Verringerung der 1960 im Hinblick auf die damalige Preisentwicklung etwas überstark aufgebauten Lager haben zu einer bemerkenswerten Verbesserung der Liquidität geführt. Der böse Konjunkturwind im Chemiebereich hat die Chemischen Werke Albert alles in allem nur wenig berührt. Die Umsatzerlöse haben sich vielmehr erhöht. Den Rücklagen wurden 2,45 Mill. DM zugeführt; davon stammt eine halbe Million aus Gewinnen, der Rest aus einer freigewordenen ausländischen Beteiligung. Der verbliebene Reingewinn ist etwas höher bemessen als im vergangenen Jahr. Er erlaubt es, die Dividende von 10 11 % anzuheben. Rlb.