Der „schwarze Dienstag“ an den deutschen Wertpapierbörsen hat die kleinen privaten Anleger ebenso betroffen wie die großen Anleger von Beruf, die Banken und Sparkassen. Es fragt sich nur, wer in den kritischen Tagen die besseren Nerven behalten hat. Darüber wird die Statistik kaum jemals sauber Aufschluß geben können. Daß auch und gerade die Barken etwas zu verlieren hatten, das zeigt eine Analyse der Deutschen Bundesbank, veröffentlicht im Monatsbericht für Mai 1962. Danach beliefen sich die Wertpapieranlagen der Banken Ende März dieses Jahres auf rund 24,4 Milliarden DM. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um inländische Werfpapiere. Unter diesen wiederum nahmen die festverzinslichen Wertpapiere (Rentenwere) mit annähernd 21 MilliardenDM oder 87% der gesamten Wertpapieranlagen den größten Raum ein. Das Portefeuille an börsengängigen inländischen Dividendenwerfen (Aktien und Investmentzertifikate) war mit etwa 2,2 Milliarden DM (9% der Gesamtanlagen) vergleichsweise schmal. Auf die Sparkassen entfallen allein Wertpapiere (dabei fast ausschließlich Rentenwerte) im Betrag von gut 8,5 Milliarden DM, was etwa einem Drittel aller Wertpapierbestände im Bankenapparat entspricht.