Die Gurken kamen, so heißt es, erst im 17. Jahrhundert aus Asien zu uns. Es gibt Menschen, die mögen und vertragen sie nicht. Ich habe einmal für einen Mann ein Essen gemacht, der auch gegen Gurken war. Aber eigenwillig, wie nun Frauen einmal sein können, kochte ich folgendes Menu: Sehr dünne Kalbsschnitzel, eine Gurke und Rahm. Die Sache ist einfach und schnell zuzubereiten. Die Kalbsschnitzel werden in Butter auf beiden Seiten schön braun gebraten, während man die geschälte Gurke in Drei-Zentimeter-Stücke schneidet und in Salzwasser weichkocht. Beides dauert ungefähr zehn Minuten. Die Schnitzel nimmt man aus der Pfanne, die Gurkenscheiben mit einem Tropflöffel aus dem Wasser, richtet beides dekorativ auf einer Platte und stellt es warm. Nun gibt man in die Bratpfanne etwas Salz und einen Eßlöffel Rosenpaprika, verrührt mit ein paar Stückchen Butter, kratzt den Bratenfond gut ab und gießt dann den Rahm hinzu.

Köchin, beachte, der Rahm mit seiner Würze muß wirklich scharf aufkochen; keine Angst vor heißem Feuer! Sonst verwässert sich die Soße, anstatt dick und sahnig zu werden. Mehl darf auf keinen Fall daran; es wäre Barbarei. Man gießt die Soße über Schnitzel und Gurke und reicht das Gericht mit gekochten Kartoffeln oder mit Nudeln. Der gurkenallergische Mann verträgt dieses Mahl, so zubereitet, ganz sicher. Es ist eine mühelose Abwechslung im Alltagsmenü. Dessert dazu: Erdbeeren. So einem Mann ist es manchmal zu langweilig, seine Erdbeeren roh zu essen, einfach in ein bißchen Zucker getaucht. Man drücke eine Orange aus, mische den Saft mit Puderzucker und eventuell noch etwas Likör, schneide die Erdbeeren in Hälften und lasse die Früchte in der Flüssigkeit noch etwas ruhen.

Gurken machen nicht dick. Einer meiner Lieblingssalate ist der skandinavische... Sahne wird mit einer Prise Senfpulver, Salz und Pfeifer, ferner mit einer Prise Puderzucker vermischt: Dill, so man hat, bildet, feingehackt, eine weitere angenehme Zutat. Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch widersprechen den Gurken; Petersilie mag noch gehen.

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Im Norden Frankreichs gibt es ein empfehlenswertes Gericht: Gurken mittlerer Größe schneidet man in fünf Zentimeter große Stücke, siedet sie fünf Minuten in Salzwasser, läßt sie abtropfen. Man nimmt das Innere heraus, läßt aber einen Boden daran. Geschält werden sie, nach dem Kochen, natürlich auch noch. Gehacktes von Kalb oder Schweif mischt man mit einem Löffel gehackter Petersilie mit 50 Gramm in Butter gedämpfter Champignon: und der gleichen Menge kleingeschnittener, ebenfall gedämpfter Zwiebeln. Nun legt man eine hohe, feuerfeste Schüssel mit Speck und Karottenscheiben aus. Darauf werden die gefüllten Gurken getan. Man gießt eine schwach gesalzene Bouillon bis etwa in dreiviertel Höhe der Gurken darüber und läßt das Ganze aufkochen.

Die Gurken werden mit Pergamentpapier bedeckt und im mäßig warmen Ofen geschmort, ungefähr 35 bis 45 Minuten, bis alles gar ist. Dann nimmt man die Gurken heraus und stellt sie auf einer Anrichteplatte heiß. In einer anderen Pfanne läßt man 50 Gramm Butter mit etwas Mehl vermischt andämpfen und gießt durch ein Sieb die Soße dazu, in der die Gurken geschmort haben.

Noch eines: Mit den Zwiebeln widerspreche ich mir nicht, weil sie nicht roh, sondern gekocht sind. Die Soße des Gurkengerichtes heißt Courte Duxelle. Es scheint sich um einen kleinen Ort an der Ccte du Nord zu handeln und um einen Grafen Uxel; wer es besser weiß, der melde sich bitte.