Die Deutsche Erdöl-AG (DEA), Hamburg, und ihre Konzerngesellschaften erzielten im Geschäftsjahr 1961 einen Außenumsatz von 1,39 Mrd. DM. Die Zuwachsrate – sie ist mit der des Vorjahres nicht vergleichbar, da damals vor allem die Angliederung der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie die Entwicklung bestimmt hatte – beträgt 12,5 %. Da dieses Ergebnis im Rahmen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung liegt, hat die Verwaltung gemeint, dem Jahr das Prädikat „im ganzen erfolgreich“ geben zu können, um so mehr, als auch die Ertragslage zufriedenstellend war. Der für die Aktionäre bereitgestellte Teil des Gewinnes beträgt unverändert 33,8 Mill. DM und reicht für die Ausschüttung von 12 % auf 282 Mill. DM. Sie erhalten damit, wie Vorstandssprecher Dr. Griebel vor der Presse betonte, weit mehr als die Hälfte des tatsächlich erwirtschafteten Gewinnes, der immerhin – wie die Erhöhung der Körperschaftssteuer von 19,4 auf 21,5 Mill. DM vermuten läßt – zugenommen hat. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß erstmals eine Rheinpreußen-Dividende in Höhe von 7,5 Mill. DM vereinnahmt worden ist.

Bewußt hat die Verwaltung weiter die einträglichere Mineralölseite verstärkt. Die Folge ist, daß Mineralöl und Chemie diesmal mit 56,6 (51,5) Prozent am Gesamtumsatz beteiligt sind, während der Anteil von Kohle, Koks und Kohlenwertstoffen sich auf 30,6 (34,6) % verringert hat. Der Rest von 12,8 (13,9) % verteilt sich auf Strom und Sonstiges.

Im Mineralölgeschäft hat sich einmal günstig ausgewirkt, daß die DEA ihre inländische Förderung um 11,4 (6,1) % steigern konnte und somit außer dem Bedarf für die eigene Raffinerie Heide noch erhebliche Mengen für den Verkauf verfügbar hatte. Der Absatz von Mineralölprodukten ist nur um 15,4 % gestiegen und hat damit nicht ganz mit der westdeutschen Absatzentwicklung Schritt gehalten. Die Verwaltung hat sich aber bewußt Zurückhaltung, vor allem beim Verkauf des im Preis gedrückten schweren Heizöls, auferlegt, und im wesentlichen nur die Mengen verkauft, die aus der eigenen Produktion zwangsläufig angefallen sind. Hauptverdiener ist somit wieder die Mineralölseite gewesen. Die Kohlenzechen haben zwar keine Verluste gebracht, die Erwartungen aber nicht voll erfüllt. Für die weitere Stärkung der Mineralölseite hat das Unternehmen 104,7 Mill. DM verwendet, hiervon wiederum 71,6 für den Ausbau ihrer Raffineriekapazitäten und für Ergänzungseinrichtungen zur Herstellung petrochemischer Vorprodukte. Das Investitionsvolumen dürfte sich nach Auskunft der Verwaltung noch weiter erhöhen – wieder mit dem Schwergewicht Mineralöl und Petrochemie.

Nachdem Anfang dieses Jahres neue Mittel aus der Aufstockung des Kapitals um 33,25 Mill. DM zum Kurse von 130 % zugeflossen sind, glaubt die Verwaltung von der Ermächtigung zur Erhöhung um weitere 40 Mill. DM zunächst noch nicht Gebrauch machen zu müssen. Für 1962 rechnet die Verwaltung wieder mit einem befriedigenden Ergebnis, obwohl die Investitionen sich noch nicht voll auswirken können. Durch die erweiterte Kapazität in Heide werde man aber das erneut gewachsene Verkaufsvolumen schon stärker aus eigenen Erzeugnissen erfüllten können. Schließlich habe sich auch eine gewisse Preisstabilisierung bei Mineralölprodukten, vor allem bei Heizöl, ergeben.

lt.