Wer kennt sie nicht – wenn auch nur aus Immermanns lieblicher Idylle –, die „Diele“ des westfälischen oder niedersächsischen Bauernhauses. Dreischiffig wie eine Kirche steht sie vor uns, denn zwei Reihen derbe Holzpfeiler tragen die Unterzüge und das Pfosten- und Sparrenwerk des offenen Dachstuhls. Die innige Gemeinschaft der Menschen mit ihren Herden spricht sich in der Anlage dieser Halle aus; während in der Mitte die menschlichen Bewohner des Hauses verkehren, speisen, arbeiten, ziehen sich an den Wänden die Stände entlang, aus denen die Rosse und die Häupter der breitgestirnten frommen Rinder zutraulich dem menschlichen Treiben zuschauen.

Ferd. Luthmer, Direktor der Kunstgewerbeschule Frankfurt am Main, in: Die Entstehung eines modernen Hauses