T. K. Washington, im Juni

Was kostet ein Präsident? In Amerika ist er teuer: 7 Millionen Dollar im Jahr. Präsident Kennedys Gehalt ist dabei verhältnismäßig niedrig: 100 000 Dollar im Jahr; dazu kommen 50 000 Dollar Spesen und 40 000 Dollar Reisekosten.

Das Weiße Haus, zugleich Büro und Wohnung des amerikanischen Präsidenten, wird von 34 Hausangestellten bewirtschaftet. Sie kosten 700 000 Dollar im Jahr. Die Sicherheitspolizei des Präsidenten schlägt mit 1,2 Millionen Dollar zu Buche. Der Rest der insgesamt 7 Millionen Dollar Unterhaltungskosten für einen Jet, ein Propellerflugzeug, mehrere Hubschrauber, zwei Jachten, einige Automobile.

Es gibt kaum einen zweiten Amerikaner – und hieße er Rockefeller oder Ford – der solche Summen für seine persönliche Lebensführung ausgibt. Die sieben Millionen Steuergelder decken indessen keineswegs die Gesamtkosten der Präsidentschaft. John F. Kennedy bezahlt aus eigener Tasche die meisten der ungewöhnlich anspruchsvollen Galaempfänge des Weißen Hauses und der vielen, und schnellen und aufwendigen Reisen, auch wenn es Dienstreisen sind.

Kennedy kann sich das leisten: Er ist der reichste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Wie reich er genau ist, das bleibt Geheimnis der Kennedy-Familie. Neugierige Reporter schätzen allerdings Mr. Kennedys Vermögen auf Grund der Steuererklärungen auf runde 10 Millionen Dollar. Diese Summe nimmt sich bescheiden aus neben den 400 Millionen Dollar (das sind mehr als anderthalb Milliarden Mark), die der Vater des Präsidenten, Joseph Kennedy, besitzen soll.

Ebenso wie seine sechs Geschwister, bekam John Fitzgerald Kennedy zum 21. Geburtstag von Vater Joe seine erste Million geschenkt. Vor kurzem übertrug das Oberhaupt des Kennedy-Clans dem Sohn Präsident zum 45. Geburtstag Wertpapiere, deren Wert auf 2,5 bis 5 Millionen Dollar geschätzt wird.

Wie jeder Bürger der Vereinigten Staaten, so muß auch der Präsident Steuern zahlen. Die amerikanische Steuertabelle macht nicht, wie die deutsche, bei etwas mehr als 50 Prozent halt; sie ist progressiv bis zu 90 Prozent der Einnahmen gestaffelt. Auch das Präsidentengehalt unterliegt der Einkommensteuer. Es ist im übrigen erheblich niedriger als ein gutes Spitzengehalt in der Industrie, von der Filmindustrie ganz zu schweigen.

Ein amerikanischer Präsident ist also teuer – und die Präsidentschaft kostet merkwürdigerweise um so mehr, je reicher der Präsident ist.