Wer Erich näher kennt, der weiß, daß ihm nichts näher liegt als die Frauen-Emanzipation in Südwest-Persien, die stalinistischen Abweichungen vom Trotzkismus und die musikalische Komposition aus, überwiegend, Pausen.

Nichts liegt also Erich, diesem Mann von Geist, ferner als das Fernsehen.

Seit einigen Monaten jedoch bewohnt er ein Haus, dessen Ureinwohner für ein Jahr im afrikanischen Dschungel verschwunden sind.

Seit Erich darin wohnt, sieht es dort übrigens auch recht dschungelhaft aus. Es steht da unter anderem ein Fernsehgerät herum – aber was sollte ein Mann wie Erich damit anfangen?

So ähnlich hatte ich allerdings auch die ebenfalls recht intellektuellen Mittermeiers eingeschätzt, bis ich hörte, daß sie ihr Gerät zwar ins Mädchenzimmer stellen ließen, sich dort aber allabendlich aufhalten, während Johanna lesend im Wohnzimmer sitzen muß. Sie macht sich nicht viel aus Fernsehen.

Als ich Erich zum ersten Male besuchte und ihn dabei erwischte, wie er gerade am Programmschalter herumprobierte, um herauszubekommen, wie man das II. Programm empfängt, da dachte ich! mir noch nichts dabei. Damit war ja noch nicht gesagt, daß er auch was sehen will.

Erst als er später am Telephon hin und wieder Bemerkungen wie „ob ich mir Paititi waldiger vorgestellt habe als in diesem Expeditionsfilm gestern abend“ oder „Lorcas Bluthochzeit sei wohl nichts fürs Fernsehen“ oder „warum sie wohl bei diesem Fernsehgericht nicht mal einen saftigen Mordfall behandeln“ fallen ließ – erst da wurde ich ein wenig stutzig.