Allgemeinheit und „Einzelner“ sind Partner Ohne „Lenkung“ geht es nicht Verantwortung zur Kritik

Von Christian Farenholtz

Der deutsche Städtetag, der in diesen Tagen in Düsseldorf zusammengetreten ist und „die Zukunft der städtischen Lebensform“ diskutiert, beschäftigt sich eingehend auch mit den Forderungen des Bürgers an die Stadt. Stadtbaurat Professor Hillebrecht, Hannover, und Oberstadtdirektor Dr. Hensel, Düsseldorf, nehmen von der Stadtplanung, von der Verwaltung und den Finanzen her dazu Stellung. Unser Beitrag untersucht, wer eigentlich verantwortlich ist und wer sich verantwortlich fühlt für Aussehen und Funktion der Städte und Gemeinden.

Das Trommeln der Städteplaner und der Zweifel am Aussehen des in jüngster Vergangenheit in Stadt und Land Gebauten lenkt zuweilen und langsam immer häufiger den Blick auf die Probleme unserer Städte und auf die Probleme von Planung, von Urbanismus schlechthin. Der Bürger liest von der „Soziologie der Großstadt“ (H. P. Barth „Die moderne Großstadt“), er liest vom Bau der neuen Städte in Schweden und England, vom Neubau der Hauptstädte Brasilia, Chandigarh in Indien, er diskutiert – so im vergangenen Jahr in der evangelischen Akademie in Berlin – über „Demokratisches Wohnen“. Der Bürger ist interessiert.

Der Bürger geht – selten – und fährt – häufiger – gleichermaßen durch Stadt und Land. Er erkennt das oft spießbürgerliche Bauen auf dem Lande, in den Kleinstädten, in den „Vorstädten“ der Großstädte. Er sieht die alten Dörfer, die alten Stadtbilder zerstört, er sieht die Häuser an den meist zu wenig verbreiterten Straßen, und er durchwandert Neubauquartiere, Neubauquartiere, Neubauquartiere. Der Bürger ist erschrocken.

Der Bürger aber hat vielleichtselbst einGrundstück, vielleicht einen Bauplatz, und nun streitet er, eingedenk seiner Würde als Demokrat, mit teilweise veralteten Bauordnungen und fanatischen Stadtplanern – und ist empört.

Wir sind stolz auf unsere Demokratie, auf all die Freiheiten, die wir als Bürger haben, wir treiben die Liberalität etwa gewisser wirtschaftlicher Rechte auf die Spitze. Diesem Freiheitsdrange, dem auf so vielen Gebieten erfolgreichen, auf so vielen Gebieten berechtigten, stellen sich die Bauverwaltungen in Stadt und Land anscheinend entgegen. Unzählige Erfahrungen leidgeprüfter Bauherren zeugen davon.