„Das Auge des Bösen“ (Frankreich, Verleih: Nora): Claude Chabrols sechster Film zeigt den einstigen Wegbereiter der nouvelle vague erneut auf den Spuren der Identitätsthematik, die er selbst in einer Hitchcock-Monographie als heimliches Zentralthema aus dem Werk des „master of suspense“ herausdestilliert hat. Diesmal verleiht er dem Komplex einen politischen Aspekt: Ein französischer Schriftsteller dringt in den Lebenskreis eines deutschen Kollegen ein, sucht sich an dessen Stelle zu setzen, diesem sein Handeln vorzuschreiben – bis er mit Schrecken erfahren muß, daß in dem Deutschen („als solchem“, meint Chabrol) Instinkte schlummern, von denen der Franzose nichts ahnt. Die primitive Individual- und Völkerpsychologie wird in einer ebenso schlichten Machart dargeboten. pat