Die meisten Bewegungen, die wir von Maschinen ausführen lassen, sind im Endeffekt linear. Der Transport zum Beispiel, das Stanzen, Pressen und Pumpen oder die Fadenführung im automatischen Webstuhl sind Vorgänge, die sich aus gradlinigen Bewegungen zusammensetzen. Dennoch wird der Antrieb für unsere Maschinen von Rotations-Motoren geliefert, als Drehbewegung, die erst mechanisch in Translationen umgewandelt werden muß, wobei natürlich Energie verloren geht.

Beim Benzinmotor oder bei der Dampfmaschine wird sogar eine geradlinige Bewegung, der Kolbenhub, zunächst in eine Rotation übersetzt, die dann bei vielen Anwendungen wieder in linear verlaufende Prozesse verwandelt wird, letztlich auch bei Fahrzeugen, deren Aufgabe es ist, sich in der Ebene fortzubewegen.

Erst seit jüngster Zeit ist die Technik bestrebt, Bewegungsumwandlungen und damit gleichzeitig bewegliche Maschinenteile einzusparen. Dazu gehören die neuen Erfindungen kolbenloser Verbrennungsmaschinen, der Wanckelmotor beispielsweise und auch der Düsenantrieb für Flugzeuge.

Auch die Arbeiten der Ingenieure am Electrical Engineering Laboratory in Manchester, über die Dr. Laithwaite in der letzten Ausgabe der englischen Zeitschrift „Nature“ berichtet, dienen dem Ziel, den Weg zwischen Energiequelle und mechanischer Endleistung zu verkürzen. Laithwaite nutzt das Prinzip des Induktions- oder Drehstrommotors für Horizontalbewegungen aus.

Grob gesagt besteht der Induktionsmotor aus dem sogenannten Stator, einem feststehenden Ring aus Elektromagneten, und einem Rotor, einer Trommel aus Kupferstäben, die im Zentrum des Ringes drehbar aufgehängt ist. Die Elektromagneten des Stators werden von einem Dreiphasenstrom gespeist, und zwar so, daß durch die phasenverschobenen Wechsel des Stromes ein sich drehendes Magnetfeld entsteht, das den Rotor mitreißt und somit ebenfalls in Drehung versetzt.

Beim Induktionsmotor gibt es keine elektrische Verbindung zwischen dem beweglichen und dem feststehenden Teil. Diesem Vorteil gegenüber anderen Elektromotoren, dem Fortfall von Schleifern oder Bürsten, verdankt der Induktionsmotor seine große Beliebtheit in der Industrie.

Die Ingenieure in Manchester haben nun den Statorring gewissermaßen aufgeschnitten und als Streifen in der Ebene ausgebreitet. Jetzt dreht sich das Magnetfeld nicht mehr, sondern es wandert von einem Ende des Streifens zum anderen, und ein Stück Kupfer, das in dieses Feld gebracht wird, wandert mit. Statt des Kupferstückes kann man ein Förderband aus flexiblem Metall über den Statorstreifen laufen lassen. Solche Transportbänder hat Laithwaite bereits praktisch erprobt; sie werden allerdings wirtschaftlich erst dann interessant, wenn ihre Geschwindigkeit mehr als 20 Stundenkilometer beträgt.