Sehr viele industrielle Arbeitsprozesse verlangen eine Maschine, die etwas hin- und herbewegen kann. Auch das läßt sich mit dem aufgeschnittenen Elektromotor erreichen, genauer gesagt mit zwei aneinandergelegten Statorstreifen, deren Felder aufeinander zulaufen. Der "Rotor" wird dann von den Feldern hin- und hergerissen.

Gegenwärtig basteln die Ingenieure in Manchester an einer neuartigen Einschienenbahn, die ohne bewegliche Maschinenteile arbeitet. Hier sind die Rollen von Stator und Rotor vertauscht. Die Elektromagneten sind am Fahrzeug befestigt, ihr wanderndes Feld stößt sich an der festverlegten Metallschiene ab und treibt den Wagen. Das erste Modell dieser Bahn entwickelte bereits eine Geschwindigkeit von 40 km/st, das nächste soll schon mehr als 50 Stundenkilometer erreichen.

Wenn man den Streifen, der aus dem Ring des Induktionsmotors entstanden ist, zu einer länglichen Röhre wickelt, dann erhält man eine Kanone. Die Munition könnte eine Kupferkugel sein, die von dem Magnetfeld, das sich nun in der Längsrichtung des Rohrs bewegt, herausgeschleudert wird. Als Waffe ließe sich diese Maschine heutzutage zwar nicht verwenden, wohl aber als Pumpe für flüssiges Metall. In Kernreaktorstationen wird dieses Prinzip schon praktisch angewandt.

Lineare Motoren werden zweifellos in einer Reihe von Industriezweigen als Antriebsmaschinen bedeutsam werden, nicht nur, weil sie einen größeren Wirkungsgrad als ihre Vorgänger, die Rotationsmotoren, haben, sondern weil man sich bei ihrer Verwendung komplizierte Getriebeaggregate und damit viele Sorgen sparen kann.

Thomas von Randow