Das heiße Eisen der Umsatzpublizität der deutschen Wertpapierbörsen ist von den Börsenvorständen recht zaghaft angefaßt und — fürs erste — wieder fallengelassen worden. Das Kommunique der Arbeitsgemeinschaft spricht für sich: "Es wird den Börsenvorständen im Interesse einer Verbesserung der Börsentransparenz empfohlen, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, der Presse zusätzliche Informationsquellen zu erschließen. Die Börsenvorstände sollen es den Presseorganen allgemein ermöglichen, sich die gewünschten Informationen über Umsätze und Tendenzbildung bei den amtlichen Maklern zu beschaffen. Die Presseberichterstatter werden damit in die Lage versetzt, über die Marktlage nicht nur einer beschränkten Anzahl von Papieren berichten zu können. Eine offizielle Veröffentlichung der Börsenumsätze in den amtliehen Kursblättern ist nicht vorgesehen Damit bescheidet man sich mit der Regelung, wie sie schon seit einiger Zeit an der Düsseldorfer und an- der Frankfurter Börse praktiziert wird. Die Makler werden ermächtigt, auf Befragen die Umsätze der interessierenden Papiere zu nennen. Bisher galt diese Regelung nur für ausgesuchte Werte; jetzt sollen gabe einer Globalziffer drückt man sich also weiter vorbei. Die Meinungen hierzu sind nicht nur in den Reihen der Börsenvorstände, sondern auch bei den Länderaufsichtsbehörden geteilt. Eine vollständige Transparenz des Börsengeschehens sei nicht zu erreichen, erklärte der Präsident- der Berliner Börse, Hans Weber als Sprecher der > Arbeitsgemeinschaft. Die Oberwindung der technischen Schwierigkeiten sei nur mit dirigistischen Mitteln zu erreichen, und man wisse eben nie, wo dieser Weg ende. Mit dieser Begründung wird man sich allerdings kaum zufrieden geben können. Im Gegenteil! Sie fordert geradezu zum Widerspruch heraus. Nach Meinung der Börsenvorstände gewährt die jeweils bestehende Informationsmöglichkeit bei den Maklern eine für den Anleger völlig ausreichende Markttransparenz. Im übrigen glaubt man, daß für die Börse "andere Dinge viel wichtiger sind als die leidige Umsatzfrage". Das wagen wir allerdings zu bezweifeln.