BERLIN (Schillertheater-Werkstatt):

„Die Welt der Groomkirbys“ von N. F. Simpson

Nach der deutschen Erstaufführung in Frankfurt am Main wird ein zweites Stück von dem britischen Autor in der „Werkstatt“ gezeigt. Während der Berliner Festwochen 1960 hatte sein Drama „Das Loch“ viel Ratlosigkeit bewirkt. Schien es sich damals um eine nur Engländern verständliche Art von Blödsinn zu handeln, so entdeckt die Berliner Kritik jetzt Allgemeingültiges in Simpsons Methode, „immer Fußball mit der Logik zu spielen“. Friedrich Luft (Die Welt) sieht Witz und Komik darin, daß „die Spielregeln des Logischen ganz strikt eingehalten werden; bloß der Ausgangspunkt ist jeweils blödsinnig und absurd.“ Walther Karsch (Der Tagesspiegel) möchte in der von Simpson gezeigten Art Tugend, „auch die Ticks zu tolerieren“, sogar einen Grund für das gute Funktionieren der englischen Demokratie erkennen. „Man darf hinter der Absurdität nicht nach irgend einer tieferen Bedeutung schürfen ... Der Blödsinn muß blühen auf der Bühne; im Buche wuchert er nur.“ Der aufsteigende Regisseur Dieter Reible (Hamburger Thalia-Theater) wurde für seine erste Berliner Regie – „eine furiose, atemberaubende Inszenierung“ – gelobt.

BERLIN (Schillertheater):

„Die Ameyß im Fleisch“ von Audiberti

Nach der „asketischen“, trotz „einer unzulänglichen Besetzung der weiblichen Hauptrolle von Hans Bauer zart hingepinselten“ deutschen Erstaufführung in Darmstadt geriet das jüngste Stück Jacques Audibertis in Berlin ins weiträumige Schillertheater. Aus dem „klösterlichen Kleinkrieg der sexbegeisterten Nonnen von Remiremont, den Audiberti in einer absurd-grotesken Farce karikierte, hat der Regisseur Hans Lietzau ein kabarettistisch-barockes Musical gemacht. Und das ging schief“, berichtet die Frankfurter Abendpost. „Das Publikum meuterte und ließ nach verlegenem Schlußbeifall eine Serie von Pfiffen gegen den schnell auf die Bühne gezerrten Audiberti los.“ Im Berliner Tagesspiegel werden die Buhrufe gegen den französischen Autor als ungerecht bezeichnet. „Wenn dieses Stück auch nicht zu seinen besten zählt, es hätte eine bessere Inszenierung verdient.“ Unter den Schauspielern seien Gisela Peltzer (Jeanne-Marie), Lothar Blumhagen, Elsa Wagner, Lotte Stein und vor allem Werner Hinz (Marschall Turenne) hervorgehoben.

WIESBADEN (Hessisches Staatstheater):