Die Unfallversicherung durch Automaten in jedem Flughafen ist wenig bekannt

Wenn Flugzeugunfälle gemeldet werden, wir! der Versicherungsschutz auf Flugreisen lebhafter als sonst diskutiert. Dabei ist immer wiedie die vage Bemerkung zu hören, daß die Fluggesellschaft für die Hinterbliebenen der Todesopfer voll sorgen und den Verletzten hohe Invalidenrenten zahlen müsse. Das ist jedoch ein gefährlicher Irrtum, den viele Betroffene schon bitter zu spüren bekommen haben.

Die Haftpflicht der Luftfahrtgesellschaften ist sehr gering. Sie ist für Tod wie für Invalidität auf die Höchstsumme von 35 000 Mark begrenzt – eine unzureichende Regelung, die auf dem Warschauer Abkommen von 1929 für den internationalen Flugverkehr beruht. Diese bescheidene Haftpflicht wird sogar noch ausgeschlossen, wenn die Fluggesellschaft nachweist, daß sie alle zur Verhütung des Schadens notwendigen Maßnahmen getroffen hat. Es steht fest, daß sich alle Fluggesellschaften unentwegt um die Sicherheit im Flugverkehr bemühen. Der Nachweis der Schuldlosigkeit ist für die Fluggesellschaften daher nicht schwierig. Aber selbst wenn die Haftung nicht ausgeschlossen wird, müssen erst umfangreiche und zeitraubende Ermittlungen stattfinden, um die Schuldfrage zu prüfen. Das kann viele Monate, mitunter auch Jahre dauern, so daß die Geschädigten unerträglich lange auf den ihnen zustehenden Schadensersatz warten müssen. Notfalls müssen die Geschädigten sogar klagen. Das alles hat zu vielem Streit geführt, so daß der deutsche Gesetzgeber hier eingegriffen hat.

Nach dem deutschen Luftverkehrsgesetz müssen die Passagiere gegen Unfälle versichert werden. Diese obligatorische Flugunfallversicherung die in der Bundesrepublik statt des Warschauer Abkommens gilt, sieht aber leider nicht günstiger aus: Auch hier wieder sind als Höchstgrenze 35 000 Mark für Tod wie für Invalidität gesetzt Dabei ist diese sogenannte Sitzplatzversicherung noch nicht einmal mit dem Besitz des Flugscheines, sondern nur mit der Benutzung des Flugzeug! verbunden. Steigt also ein Passagier in ein Flugzeug einer ausländischen Gesellschaft um, die keine Unfallversicherung für Passagiere abgeschlossen hat, verliert der Fluggast dadurch den Versicherungsschutz und bleibt auf die fragwürdige Haftpflicht nach dem Warschauer Abkommen angewiesen.

Wie soll aber der Fluggast wissen, welche Luftfahrtgesellschaft gleich der deutschen Unfallversicherung besonderen Schutz für Fluggäste bietet! Schließlich ergeben sich im Invaliditätsfall noch daraus Nachteile, daß nicht der wirkliche Schader durch Arbeitsbeeinträchtigung erstattet wird, sondern nach der sogenannten Gliedertaxe nur bestimmte Anteile aus der Höchstsumme vor 35 000 Mark errechnet werden. Hierfür gelten die Allgemeinen Unfallversicherungs-Bedingungen, die für den Verlust eines Zeigefingers 10 %, für den Verlust eines Auges 30 % und für die Einbuße eines Fußes 40 % vorsehen.

Der allgemeine Versicherungsschutz der Fluggäste ist also viel zu gering und zu kompliziert, um als ausreichend gelten zu können. Aus dieser Erkenntnis entstanden in allen Ländern der westlichen Welt besondere Flugunfallversicherungen, die ebenso günstig wie bequem sind. Für die Bundesrepublik hat sich der Deutsche Luft-Pool gebildet, dem alle westdeutschen Versicherungsunternehmen angehören. Danach kann ohne viel Formalitäten bei der Versicherungsgesellschaft seit Anfang 1959 kurzfristig eine Flugunfallversicherung abgeschlossen werden.

Mindestens fünf Mark