Joyce hat kein „Experiment“ gemacht, sondern er hat den „Ulysses“ geschrieben. Eliot hat kein „Experiment“ gemacht, sondern er hat das „Waste Land“ geschrieben. Sobald eine Sache schiefgegangen ist, nennt man sie „Experiment“; dieses Wort ist das Lieblingswort der Pechvögel.

Robert Penn Warren

Goethe-Gesellschaft

An der Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft, die vergangene Woche in Weimar zusammentrat, nahmen 1300 Wissenschaftler, Schriftsteller und Studenten aus beiden Teilen Deutschlands und dem Ausland teil. Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig den Vorstand, der Sich paritätisch aus Vertretern der DDR, der Bundesrepublik, Westberlins und aus zwei ausländischen Gelehrten zusammensetzt. Dem Vorstand gehören unter anderem an die Professoren Heisenberg, Schadewaldt, Spranger, Trunz, Emrich und Burckhardt.

Ein halbes Jahrhundert Rowohlt Verlag

Am 23. Juni wäre Ernst Rowohlt, wie man mit einem verlegenen Konjunktiv zu sagen pflegt, fünfundsiebzig Jahre alt geworden. „Wäre“ – aber „Väterchen“ starb vor anderthalb Jahren, am 2. Dezember 1960, und ein schwerer Feldstein bezeichnet heute seine Grabstelle. Rechtzeitig zum 23. Juni erschien soeben, als Rowohlt Paperback 9, der „Rowohlt Almanach 1908–1962“, ein stattliches Buch von fast 700 Seiten, zum Preis von 9,80 DM, herausgegeben von Mara Hintermeier und Fritz J. Raddatz. Es enthält eine bis auf die Taschenbücher vollständige Bibliographie, Auszüge aus den wichtigsten der zweitausend Bücher des Verlages, sechzehn Kunstdruckseiten mit Abbildungen sowie ein Vorwort von Rowohlts altem Freund und Mitarbeiter Kurt Pinthus, das komprimierte Verlags- und Lebensgeschichte in einem ist. Wie die Dinge lagen, ist es gleichzeitig ein beträchtlicher Ausschnitt aus der deutschen Literaturgeschichte dieses Jahrhunderts.

„euromed“