In der letzten Woche flatterte den Redaktionen ein neuer Pressedienst auf den Tisch, dessen Kopf von 65 Millimeter hohen roten Lettern geziert wurde: Es war der erste, schon vor Wochen erwartete Warentest der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AGV). Originellerweise waren die Verbraucher auf die Idee gekommen, im Sommer Heizlüfter zu testen. Daß der Test trotzdem (gerade noch) aktuell war, dürfte mehr Zufall denn Planung sein. Immerhin bietet sich so die Möglichkeit, einen Vergleich mit der gewerblichen Konkurrenz, der Zeitschrift „DM“, zu ziehen, die in ihrer Nr. 9 vom 24. April auch einen Heizlüftertest veröffentlichte. Um es kurz zu machen: Beide Tests sind unbefriedigend.

Auf zwölf hektographierten Seiten legt die AGV die Erkenntnisse vor, welche die Bayerische Landesgewerbeanstalt in Nürnberg in ihrem Auftrag über 20 getestete Heizlüfter gewonnen hat. (Warum wurde angesichts des EWG-Marktes eigentlich kein ausländisches Fabrikat einbezogen?) Eine 23 Zeilen lange Kurzfassung sagt so gut wie gar nichts aus Die Langfassung von 10 Seiten plus Tabelle nimmt im Druck etwa eine dreiviertel Zeitungsseite in Anspruch – ein Volumen, das nur wenige Zeitungen für diesen Zweck zur Verfügung stellen werden.

Und das ist doch der Sinn der Sache: Publizierung der Testergebnisse in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Wird es da nicht häufig so geschehen, wie in der Hamburger „Morgenpost“, die aus den 23 Kolumnen der Tabelle mit Testdaten einfach sechs aussuchte und ihren Lesern damit ein völlig schiefes Bild der Testergebnisse vermittelte?

Uns scheint, die Verbraucher sind auf einem falschen Weg, denn mit dieser Veröffentlichung wird das Informationsbedürfnis des ernsthaft Interessierten nicht befriedigt. Für die nächste Ausgabe der „Verbraucher Rundschau“ wird zwar eine ausführliche Veröffentlichung angekündigt, aber wer kennt diese Verbandszeitschrift schon? Und was sollen Tests überhaupt in einer Zeitschrift? Wie wäre es statt dessen mit einer Broschürenreihe? Eine zwar aufwendigere, aber eben doch ernst zu nehmende Form der Publikation.

Eines allerdings wissen wir aus den beiden Tests heute sicher: Heizlüfter sind für den Haushaltsgebrauch nicht sicher genug. Und diese Mahnung sollten die Produzenten sehr ernst nehmen. H. M.