FÜR Bibliomanen –

Georg Kurt Schauer: „Kleine Geschichte des deutschen Buchumschlages im 20. Jahrhundert“; Verlag Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster, Königstein im Taunus; 47 S., 6,60 DM

ES ENTHÄLT die (erste?) systematische Darstellung der Geschichte des modernen Buchumschlags, illustriert durch ebenso schöne wie interessante farbige Abbildungen aus der Sammlung des Mannheimer Buchhändlers Dr. Curt Tillmann.

ES GEFÄLLT als Aufforderung, das Buch einmal nicht auf seinen Inhalt, sondern auf seine Verpackung hin zu betrachten. Und die verrät sehr viel mehr, als der Nur-Leser wohl meinen möchte. Es soll nicht behauptet werden, daß das Aussehen eines Buches immer und unbedingt mit dem Ansehen des Verlages identisch ist. Dennoch hat der Leser da im Laufe der Zeit seine Identifikationsmöglichkeiten. Ein Blick ins Schaufenster: Das Buch kann nur bei Insel oder Hegner erschienen sein. Die Geschichte des Buchumschlags ist ein Stück Verlagsgeschichte. Sie ist – wenn man zum Beispiel an die Umschlagsentwürfe von Gulbransson oder Preetorius denkt – ein Stück Kunstgeschichte. Der Weg vom Buchumschlag der zwanziger Jahre, dessen Hauptfunktion es wir, das Buch zu schützen und dazu in Bild und Schrift über den Charakter des Buches zu informieren, bis zum heutigen Buchumschlag, der vorwiegend Plakat und Verkaufshilfe sein muß – dieser Weg dokumentiert nicht nur die Geschichte eines prosaischen Zubehörs zur hehren Literatur. PeK