Der größte Teil der deutschen Kraftfahrzeuge wird mit Erzeugnissen der Robert Bosch GmbH‚ Stuttgart, ausgerüstet. Das hat zur Folge, daß die Umsätze an Erstausrüstung für Kraftfahrzeuge bei Bosch von der Produktionsentwicklung in der Kraftfahrzeugindustrie abhängig sind. Die Automobilhersteller in der Bundesrepublik stellten 1961 etwa 4,5 % mehr Kraftwagen her als im Vorjahr; entsprechend stieg bei Bosch der Umsatz im Kfz-Erstausrüstungsgeschäft. Das Handelsgeschäft in diesen Erzeugnissen hat jedoch stärker zugenommen.

In dem zweiten großen Bereich des Bosch-Programms, den Haushaltsgeräten, die 25% des Gesamtgeschäfts bestreiten, verlief die Entwicklung 1961 wenig einheitlich. Ein Umsatzrückgang bei Kühlschränken konnte durch ein lebhafteres Geschäft in Wasch- und Küchenmaschinen mehr als ausgeglichen werden. Elektrowerkzeuge, Kondensatoren und das Hydraulikprogramm brachten überdurchschnittliche Umsatzerfolge.

Insgesamt ist der Umsatz des Bosch-Konzerns (vom Unternehmen als Firmenverband bezeichnet) im vergangenen Jahr mit 8 % wertmäßig geringer gestiegen als im Vorjahr (17%). Die Außenumsätze aller Bosch-Unternehmen sind nunmehr der Zweimilliardengrenze sehr nahe gekommen; sie dürften 1,9 Mrd. im Jahr 1961 erreicht haben. Wie stark daran der Export beteiligt ist, läßt sich bei der Vielzahl der Auslandsunternehmen schwer ermitteln. Der unmittelbare Export des Stammhauses beträgt nach wie vor 20%. Die Ausfuhr der Tochtergesellschaften ging vor allem wegen des scharfen Wettbewerbs sowie der DM-Aufwertung und den sich daraus ergebenden Preiserhöhungen zurück. Eigenleistung und Umsatz der Auslandgesellschaften sind jedoch – wenn auch von Land zu Land unterschiedlich – weiter gewachsen. „Nicht überall wurden Gewinne erzielt“, heißt es im Geschäftsbericht dazu lakonisch.

Bei der Investitionspolitik richtete das Unternehmen sein Augenmerk infolge der Beruhigung der Nachfrage in erster Linie auf die Rationalisierung. Die Kosten der Produktion wurden gesenkt, die Zahl der Arbeitskräfte gemindert und die Erzeugnisse qualitätsmäßig verbessert. Auch das Kundendienstnetz im Ausland wurde weiter ausgebaut.

Bosch hat seine Belegschaft im Stammhaus im Geschäftsjahr um etwa 6% verringert. Das ist sowohl ein Ergebnis der Rationalisierung als auch eine Anpassung an die teilweise verringerte Nachfrage. Bei den Tochtergesellschaften ist der Bedarf an Arbeitskräften jedoch weiter gewachsen, so daß im Bosch-Firmenverband insgesamt rund 70 000 Beschäftigte (71 000) tätig sind.

Die genaue Höhe der Investitionen ist aus der GmbH-Bilanz des Hauses. Bosch nicht ersichtlich. Immerhin hat sich das Anlagevermögen bei 62 Mill. DM ordentlichen Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr um fast 39 Mill. DM auf 192 Mill. DM erhöht. Die Bruttoinvestitionen haben 1961 deshalb bei Bosch mindestens 100 Mill. DM betragen.

Auf das 1961 aus versteuerten, offenen Reserven um 60 auf 180 Mill. DM erhöhte Stammkapital, das sich im Familienbesitz befindet, wird ein Gewinnanteil von 5 (6) % und ein Bonus von 2 % ausgeschüttet. Der Bonus soll zur Finanzierung von Vermögenssteuernachzahlungen der Gesellschafter dienen. Die offenen Rücklagen wurden wieder um 25 auf 70 Mill. DM gestärkt. Das Eigenkapital macht nunmehr 250 Mill. DM aus und überdeckt das Anlagevermögen von 192 Mill. DM bei weitem. Die mit 90,5 Mill. DM dotierten Rückstellungen für „Verpflichtungen ungewisser Art und Höhe“ sind Kennzeichen einer vorsichtigen Bilanzierung; darin dürften stille Reserven enthalten sein. C. D.

Die Raiffeisen- und Volksbanken-Versicherungen, Wiesbaden, berichten über eine glänzende Entwicklung. Die Raiffeisen Volksbanken-Versicherungen – Lebensversicherungsgesellschaft a. G. – hat bei ihrem Versicherungsbestand die Milliardengrenze überschritten. Er hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdreifacht. Das ist ein überdurchschnittliches Ergebnis. Dies wirkt sich auch im Ertrag aus, der, wie das dem Charakter einer Versicherung a. G. entspricht, den Versicherten über Beitragsrückerstattung wieder zugute kommt. Die Raiffeisen- und Volksbanken-Versicherung, Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft, berichtet, daß ihre Beitragseinnahmen erstmals auf über 100 Mill. im Jahr angewachsen sind. Diese günstigen Erfolge sind in erster Linie die Frucht einer sehr intensiven Arbeit, nicht zuletzt auf akquisitorischem Gebiet. Erfolgreich konnte diese aber nur sein, weil der mittelständische Bereich sich heute in einem weit stärkerem Umfange als früher wechselseitig verschuldet. Es gehört zum Wesen der Genossenschaft, daß die Ersparnisse – auch soweit sie bei den einschlägigen Versicherungen anfallen – dem Kreis der Genossen als langfristige Darlehen wieder zukommen. Man wird dies aber nicht nur als Zeichen dafür zu werten haben, daß die mittelständischen gewerblichen und bäuerlichen Unternehmen immer mehr in die moderne arbeitsteilige Geldwirtschaft integriert werden, sondern daß hier auch die Wohlstandsbildung erhebliche Fortschritte gemacht hat.