Das Photo von einer Schar betagter Hausfrauen in weißen Schürzen, die lächelnd rabiate Plakate in der Hand hielten mit den Parolen: „Wir haben das Warten satt. Wir verlangen sofort eine Pension“ oder „Hausfrauenpension mit 55 Jahren. Der Staat muß endlich unsere Opfer anerkennen!“ – dieses Photo betraf mich persönlich, und es tut nichts zur Sache, daß ich schon wieder vergessen habe, wo die Frauen demonstriert hatten. Natürlich haben sie und alle anderen Hausfrauen der Welt recht, wenn sie immer lauter verlangen, daß auch ihr Lebensabend gesichert werde. Nur das Wort Pension ist es, das mich stört, das mir absurd vorkommt. Das klingt nach pflichtbewußt abgesessenen Arbeitsjahren, für die der gütige Arbeitgeber sich schließlich erkenntlich zeigt. Als ob unsere Hausfrauenpflichten und Sorgen etwas mit dem Staat zu tun hätten. Bei allem Bürgersinn, das nun doch nicht!

Kann man die Mühen einer Mutter mit Geld vergüten? Hat auch nur eine von ihnen ein einziges Mal beim Kochen oder beim Erziehen der Kinder daran gedacht, eine Staatsbürgerlich zu erfüllen? Müßte nicht der Staat, der seinen Hausfrauen eine Pension gäbe, wie jeder Arbeitgeber verlangen könne, daß sie ihre Arbeit nach seinen Vorschriften erfüllten?

Es sind ganz müßige Fragen, weil eine solche Pension noch in keinem Land wirklich erwogen wird. Ich gönnte ja auch jeder von ihnen – und im Notfall auch mir –, im reifen Alter monatlich ein hübsches Taschengeld einzustecken. Nur wünschte ich mir, daß es dann als Altershilfe oder meinetwegen als Geschenk des lieben Staates deklariert würde und nicht als Prämie dafür, daß ich versucht habe, meine Kinder ordentlich aufzuziehen und mein Haus in Ordnung zu halten. M. v. Z.