Daß die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG (Bausparkasse der Volksbanken und Raiffeisenkassen), Schwäbisch Hall, im Laufe ihres dreißigjährigen Bestehens mehrfach Standort und Firmennamen änderte, ist heute wohl nur noch den Eingeweihten der Branche bekannt. Inzwischen zählt sie nämlich nicht nur zu den „drei großen Schwaben“, sie ist sogar die zweitgrößte Bausparkasse überhaupt. Den großen Sprung nach vorn, der den Bestand bis Ende 1961 auf fast 400 000 Verträge über eine Bausparsumme von 7,2 Mrd. DM wachsen ließ, verdankt die Kasse in der Hauptsache wohl zwei Umständen: der engen Zusammenarbeit mit mehr als 12 000 Volksbanken und Raiffeisenkassen sowie den forcierten werblichen Anstrengungen, aus der „Schwäbisch Haller“ einen Markenartikel im Bauspargeschäft zu machen. Daß dieser Einsatz sich lohnte, steht außer Zweifel: Bereits seit Jahren vereinigt die „Schwäbisch Haller“ jeweils gut 17 % des gesamten Neugeschäfts aller 17 privaten Bausparkassen auf sich.

So auch im Jahre 1961, als mit 67 461 (i. V. 59 801) eingelösten Verträgen über 1,3 (1,18) Mrd. DM das vorjährige Rekordergebnis der Bausparsumme noch um 10,2 (10) % übertroffen werden konnte. Diese Zuwachsrate ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sich die Kasse 1961 im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren beim Abschluß von sogenannten Vorratsverträgen mit Volksbanken und Raiffeisenkassen bewußt zurückhielt. Von den Neuabschlüssen entfielen nur noch 2,9 (9,6) % auf juristische Personen, mit der Folge, daß sich die Durchschnittssumme der neugewonnenen Verträge entgegen dem allgemein zu beobachtenden Trend leicht von 19 750 auf 19 300 DM ermäßigte. Zum Teil spiegelt sich darin allerdings auch das zunehmende Gewicht, von Verträgen für die Modernisierung und Instandhaltung des Althausbesitzes wider.

Die Zuteilungen kamen. 1961. mit 588,3 (522,5) Mill. DM wiederum sehr nahe an den Geldeingang heran, der bei unvermindert hoher Sparintensität einschließlich 51,4 (45,6) Mill. DM Wohnungsbauprämien insgesamt 600,3 (533,6) Mill. DM erreichte. Die Baugeldauszahlungen beanspruchten im vergangenen Jahr ohne Berücksichtigung der 160,6 (120,1) Mill. DM bewilligten Zwischenkredite fast 90 (86) % des Geldeingangs.

Die Gesellschaft will sich auch künftig um einen zügigen Abfluß der bereitgestellten Mittel bemühen. Sie hat sich daher inzwischen an einer Reihe von Wohnungsbaugesellschaften kapitalmäßig beteiligt. Die Verwaltung hofft, auf diese Weise den Bausparern die Realisierung ihrer Bauvorhaben, namentlich den Erwerb schlüsselfertiger Eigenheime und Eigentumswohnungen, zu erleichtern. Einen ähnlichen Zweck verfolgt die „Schwäbisch Haller“, die in Einzelfällen jetzt auch Baudarlehen mit einer Laufzeit von etwa 19 Jahren gewährt, mit der Bereitstellung von Bauspardarlehen für Gemeinden zur Erschließung von Baugelände und zur Finanzierung von Folgeeinrichtungen. lz