DÜSSELDORF (Deutsche Oper am Rhein):

„Dreimal Offenbach

Die Zusammenstellung von drei Offenbach-Einaktern durch den inzwischen verstorbenen Renato Mordo, die von vielen Bühnen akzeptiert worden ist – „Die Verlobung bei der Laterne“, „Die kleine Zauberflöte“, „Die Insel Tulipatan“ – war als letzte Düsseldorfer Premiere bemerkenswert durch den jungen Dirigenten Carlos Kleiber. Erich Kleibers Sohn, der sich zu Lebzeiten des berühmten Vaters seines empfehlenden Namens im Theater nicht bediente, bot an diesem Abend seine erste eigene Einstudierung in der Rheinoper. „Aus dem Geiste Offenbachs kam vor allem das Musizieren. Mit einer Behutsamkeit und Diskretion, als handele es sich um Haydn, erweckte Kleiber die schlanken Melodien und die nervig drängenden Rhythmen Offenbachs zum Leben. Alles war durchleuchtet von Geist und Grazie“ – dieses Urteil stand in den „Düsseldorfer Nachrichten“. Im übrigen jedoch empfahl der Kritiker schon in der Überschrift: „Nicht an die ‚Banditen‘ denken“, die „Gustaf Gründgens vor einem Dutzend von Jahren auf denselben Brettern ausschwärmen ließ“. Regie: Günter Roth a. G., Ausstattung: Ottowerner Meyer.

STUTTGART (Staatsoper):

„Fra Diavolo“ von Auber

Heiter war das Ende der Opernsaison, interessant durch die Verpflichtung Werner Düggelins als Regisseur der französischen Spieloper. Düggelin, prominent bereits als Interpret avantgardistischer Schauspiele, inszeniert in Düsseldorf und Stuttgart auch Oper und Operette. Nach seiner „ganz der Spielfreude hingegebenen“ Stuttgarter „Fledermaus“ faßt die „Stuttgarter Zeitung“ Düggelins „Fra Diavolo“-Regie zusammen: „Daß scheinbar nichts anderes getan wurde, als den Anweisungen und dem Text Scribes zu folgen und Aubers musikalischen Eingebungen nachzuhorchen, darin besteht der Wert der Inszenierung ... Sologesang und Ensemble ergaben ... das echte Singspiel ohne die auf Opernbühnen oft zu beobachtende Vernachlässigung des reinen Wortes.“ In den Hauptpartien: Wolfgang Windgassen, Friederike Sailer, Raymond Wolansky und Hetty Plümacher, dazu Fritz Linke und Alfred Pfeifle als urkomisches Banditenpaar.

SCHWÄBISCH HALL (Freilichtspiele):