Die wirtschaftliche Lage der deutschen Werftindustrie ist seit der Währungsänderung im März 1961 unverändert gefährdet. Die Aufwertung der DM konnte kostenmäßig nicht aufgefangen werden. Die Vorbelastung aus dem Umsatzsteuersystem ist zu hoch. Die Hilfen der Bundesregierung in Form von Krediten für die Reeder haben zwar die Werften wieder mit ihren Kunden ins Gespräch gebracht, aber für sie selbst erwuchs daraus außer einer Verbesserung der Beschäftigungslage keine materielle Unterstützung. – Mit diesen Worten beginnt der Geschäftsbericht der Bremer Vulkan Schiffbau und Maschinenfabrik (Bremen-Vegesack) für 1961. Auch innerhalb des EWG-Marktes, so heißt es weiter, treffen die Werften auf wettbewerbsverzerrende Maßnahmen. Schiffsneubauten würden am Weltmarkt zu Preisen angeboten und geliefert, die die Kosten bei deutschen Werften, nicht decken.

Die Werkstätten von Bremer Vulkan waren im Berichtsjahr gut belegt, was jedoch zum Teil noch auf das Auslaufen von früher erteilten Aufträgen zurückzuführen sei. In Auftrag sind ein Turbinenkühlschiff, fünf Turbinentankschiffe und acht Motorfrachtschiffe mit insgesamt 258 938 BRT mit einem hohen Auslandsanteil von 88 Prozent. Den abgelieferten acht Schiffsneubauten stehen nur fünf Auftragseingänge und ein Umbauauftrag aus dem gleichen Jahr gegenüber. Für 1961 wird eine auf 6 (8) Prozent reduzierte Dividende gezahlt. V. D.