Feuilleton

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DIE ZEIT

Konferenzpläne

Daß die Außenminister der Westmächte noch vor dem Herbst zu einer Konferenz zusammenkommen werden, ist noch nicht beschlossen, wird aber erwogen.

Dienen – nicht nur verdienen!

Der er englische Historiker Lord ’Acton hat einmal halb spöttisch, halb anerkennend gesagt, manche Nationen erlägen dem Zauber der Beredsamkeit, die Deutschen jedoch dem „Charme einer guten Verwaltung“.

Ohne Pension

Vor kurzem haben sich 143 Richter und Staatsanwälte freiwillig pensionieren lassen, weil sie „mit begründeten Vorwürfen aus der Vergangenheit rechnen mußten“.

Volk ohne Anwalt

Kassems Flugzeuge bombardieren wieder Dörfer und Zentren der Kurden im Norden des Irak. Seit mehr als einem Jahr halten die aufständischen Kurden, denen Kassem bei seiner Machtergreifung Autonomie versprochen hatte, die irakische Armee mit überlegener Guerilla-Taktik in Atem.

Mondsüchtig?

Es heißt, was die beiden russischen Kosmonauten, die gleichzeitig die Erde umkreisten, in diesen Tagen fertig gebracht haben, das stünde mit gewissen Abweichungen bei den Amerikanern unter dem Stichwort „Gemini“-Projekt erst für Ende 1963 auf dem Kalender.

Ein Herbststurm im Anzuge: Entlastungs-Offensive

Am vergangenen Wochenende hat der Bundespressechef den Sturm im Sandkasten der atlantischen Strategen wieder abgeblasen. „Die Bundesregierung“, so erklärte er, „hat volles Vertrauen zu ihrem amerikanischen Partner und begrüßt die Erklärungen des amerikanischen Präsidenten sowie des Generals Taylor, die keinen Zweifel daran lassen, daß das Bündnisgebiet in seiner Gesamtheit mit den gleichen Waffen verteidigt wird.

Zeitspiegel

„Wie glücklich wären wir, wenn diese Leistungen in Ehrerbietung Gott dem Schöpfer und höchsten Gesetzgeber gegenüber vollbracht würden.

Moskaus Diplomatenschub

Japan: Der Sinologe Nikolaj Fjodorenko wurde abberufen; sein Nachfolger ist Wladimir, Winogradow, der seit September 1956 im Außenhandelsministerium Abteilungsleiter für die Handelsbeziehungen mit westlichen Ländern war.

wer....was....wo....warum....

Hier wird die Hallstein-Doktrin erweitert. Gegenüber den jungen Staaten mag dies richtig sein; bedauerlich ist jedoch, daß die Bonner Doktrin nicht gleichzeitig gegenüber den osteuropäischen Staaten aufgelockert wird.

Die unvermeidbare neue Strategie

Die Folge des totalen atomaren "Pattsˮ: Nur stärkere konventionelle Rüstung ermöglicht eine lückenlose Abschreckung

Das Deutschlandbild der Inder

Die Europa-Berichterstattung der indischen Presse und des indischen Rundfunks stützt sich fast ausschließlich auf westliche Nachrichtenquellen.

Hitlers Pakt mit Stalin

Wer den historischen Ursachen des Ost-West-Konfliktes nachspürt, wird immer wieder auf zwei schicksalhafte Zäsuren stoßen: Auf den 23.

Der Mann hinter Ben Bella

Ben Bella hat den Alarmruf seines gescheiterten Vorgängers Ben Khedda nicht in den Wind geschlagen. Er hat die Gefahr des „Wilayismus“ erkannt: die drohende Anarchie als Folge des selbstgefälligen Machtanspruchs der einzelnen Militärs (der Wilaya-Führer).

Von der Nähnadel bis zur Rakete

Von den patriotischen Feiern anläßlich des zehnten Jahrestages der ägyptischen Revolution sind auf Kairos öffentlichen Plätzen viele Raketen-Attrappen und auf der Nilinsel Gezirali eine Industrie-Ausstellung übriggeblieben.

Aktion „Taubentod“

Wollte man die guten Eigenschaften der Berliner rühmen, so müßte man nicht zuletzt von der Tierliebe sprechen. In der Spree-Stadt leben auch heute noch mehr Hunde und Katzen als in anderen Orten, ob die Haustiere nun amtlich registriert sind oder nicht.

Geschlossene Gesellschaft

In einer Straße nahe der Davidswache an der Reeperbahn waren beide Häuserreihen mit Schaufenstern geschmückt, in denen die Ware und deren Verkäufer ein und dasselbe waren: Zwischen den Fenstern und den Vorhängen, die einen Meter hinter den Scheiben aufgehängt waren, saßen auf Stühlen oder Sesseln Damen, die auf Kunden warteten.

Appell an die Kirchenräuber

Hunderttausend Mark bietet die Illustrierte stern für die Rückgabe der geraubten Riemenschneider-Madonna von Volkach. Chefredakteur Henri Nannen sichert den Kirchenräubern Verschwiegenheit und Sicherheit vor polizeilicher Verfolgung zu, wenn sie das Kunstwerk zurückgeben.

Ertrinken in Öl - Ersticken in Kohle?

Die Betriebsräte einer Zeche schildern wortkarg, aber eindringlich die Sorgen der Belegschaft – und draußen donnert die Konkurrenz vorbei: ein ölzug nach dem anderen dieselt entlang den Kohlenhalden.

Die Brunnen-Dreher

Im Jahre 1933 standen die Bücher Hermann Hesses in den Schaufenstern der deutschen Buchhandlungen nicht mehr ganz vorne. Auch in seinem Geburtsort Calw waren sie da und dort schon in die Regale hinterm Ladentisch verschwunden.

Studentenbühnen suchen das kritische Zeitstück

Peymann Ist Leiter, Ebert Schauspieler und Regisseur der Hamburger Studentenbühne. Beide sprechen also in eigener Sache, aber ohne Ressentiment: ihr Stück ist schließlich nicht durchgefallen, sondern hat – im Gegenteil – in Erlangen den ersten Preis bekommen.

Kleiner Kunstkalender

Die Nürnberger Akademie der bildenden Künste, die älteste in Deutschland und in Europa nördlich der Alpen, feiert in diesem Sommer ihren 300.

Musik im Widerstreit: Und wo bleibt der Mensch?

In der Tat: jetzt sind wir an den Punkt gelangt, wo der Wortstreit sich auf eine gründliche Untersuchung der zur Debatte stehenden Begriffe nebst deren Illustration durch handgreifliche Sachnachweise einlassen müßte; das aber ginge weit über alles einer nicht fachlich spezialisierten Leserschaft Zumutbare hinaus.

Zeitmosaik

Je weniger ich im ganzen an unsre Zeit glauben kann, je mehr ich das Menschentum verkommen und verdorren zu sehen meine, desto weniger stelle ich diesem Verfall die Revolution entgegen, und desto mehr glaube ich an die Magie der Liebe.

Der erste Meister, der vom Himmel fiel

Der zweiunddreißigjäh-. rige Maler Klaus Jürgen-Fischer, ein Schüler der Akademien in Düsseldorf und Stuttgart, ist durch Ausstellungen seiner Bilder nicht nur in Düsseldorf und München, sondern auch in London und Venedig bekannt geworden.

Wolfgang Ebert:: Mein Geheimleben (IV)

Viele mögen sich darüber wundern, daß es die Großmächte bisher vorgezogen haben, ihre Atombomben zu Hause explodieren zu lassen, daß aus all den Konflikten noch immer kein großer Krieg entstanden ist.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Auszüge aus den bedeutendsten Werken der alt- und mittelhochdeutschen Zeit: den frühen Segens- und Zaubersprüchen, den Heldenliedern, den geistlichen Werken, der Spielmannsdichtung, der Lyrik, der Heldendichtung, dem höfischen Epos, den Legenden, Fabeln, Chroniken, dem Minnesang, Meistersang, den geistlichen Spielen, den Predigten und Schriften der Mystik.

Von Santa Cruz nach Andorra

Als in Zürich in der vergangenen Spielzeit- – einer Spielzeit, die bereits allerorten im Zeichen von Max Frischs „Andorra“ stand – Dürrenmatts „Die Physiker“ uraufgeführt wurden, beglückwünschte ich einen der leitenden Herren des Zurcher Schauspielhauses zu dem umfassenden Erfolg, den die konsequente Förderung dieser beiden Dramatiker dem Theater eingebracht hatte.

Zweimal sogenannte Avantgarde

Avantgarde?" soll neulich ein berühmter und höhnischer Franzose gefragt haben: "Ist das ein deutsches Wort?" Enzensberger, wie um die nationale Ehre wiederherzustellen, hat kürzlich Wort und Begriff kunstgerecht auseinandergenommen.

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Eine neuartige Radaranlage für die Schiffahrt hat die britische Firma Decca RadarLtd., London, entwickelt. In diesem Gerät werden die Meßwerte eines vom Radar erfaßten Objektes Zusammen mit den eigenen Kursdaten vom Bildschirm automatisch auf eine elektromechanische Seekarte übertragen.

Milliarden für den Mann im Mond

Für das Geld, das die Vereinigten Staaten ausgeben werden, um einen Mann zum Mond zu schicken, könnten wir das Gehalt der Lehrer und Professoren aller privaten und staatlichen Institute des Landes, vom Kindergarten bis zur Hochschule, zehn Jahre lang um zehn Prozent erhöhen, dazu 200 Universitäten mit je zehn Millionen Dollar substantiell helfen, 50 000 Studenten sieben Jahre lang ein Stipendium geben, Zehn medizinische Fakultäten bei uns und in 53 jungen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen eine komplette Universität einrichten, außerdem drei weitere Rockefeller Foundations gründen, und wir hätten dann immer noch 100 Millionen Dollar übrig zur Förderung des Verständnisses für die Wissenschaft.

Fernsehen: Vorsorge tut not

Nun ja, einige Dinge in dieser Woche waren ganz reputierlich – die Tschechow-Dramatisierung vorweg, die Rudolf Vogel und Eva Maria Meineke unter Rainer Erlers Regie mit so viel persiflierendem Witz herunterspielten, daß die nachgeholte Lektüre des erzählerischen Anlasses später enttäuschte.

Theater

Für Berlin war es ein „Wiedersehen nach fast dreißig Jahren“ mit dem Autor und Komponisten. Seine neue „musikalische Sprechstunde in 26 Komplexen“ erinnert mit ihrem Titel an eine der bekanntesten Hollaender-Revuen aus den zwanziger Jahren: „Hoppla, wir leben!“ Das Hamburger Abendblatt läßt sich aus Berlin berichten, daß Hollaender „Einfälle und Vitalität genug besitzt, auch noch die sechziger Jahre zu durchleuchten“.

Funk

Autoren mit satirischer Ader, die des heiligen Bürokratius irdische Manifestationen aufs Korn nehmen wollen, brauchen kaum zu übertreiben.

Film

„Die nackte Insel“ (Japan; Verleih: Bavaria): Während jedes Bild in seiner Ausgewogenheit und graphischen Finesse dem Auge des Zuschauers schmeichelt, wird der Fluch der Arbeit in geradezu alttestamentarischer Härte präsent.

War die große Baisse vorauszusehen?

Ehrlich, ich halte die Börse (immer noch) für eine faszinierende Sache! Allen Kursschwankungen zum Trotz, vielmehr gerade deswegen.

Blick hinter den Vorhang (I): Fabriken lassen Bärte wachsen

Die Kommunisten Osteuropas haben in diesem Jahr die Bedeutung der EWG entdeckt, und seither gleichen sie einem Boxer, der plötzlich feststellt, daß sein Gegner weit stärker ist, als er vermutet, und dies ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die eigene Kondition und die Trainingsmethoden durchaus zu wünschen übrig lassen.

Was tun?

Die Fieberkurve der Börse zeigt in den letzten Tagen wieder Symptome leichter Besserung; das ändert nichts daran, daß sie nach wie vor mit dem Pessimismus eines Schwerkranken in die Zukunft blickt.

Der Kampf um den Schilling

Die Entartung einer Konjunktur zur Überkonjunktur und deren Umschlagen in die akute Währungs- und Wirtschaftskrise – dieser Prozeß innerster Entwicklungslogik, der unvermeidbar ist, wenn ihn.

Geschäft mit der Behaglichkeit

Der Platz wäre Ideal für ein Sanatorium: Auf halber Höhe des romantischen Ruwer-Tales, an dessen Hängen weiter flußabwärts ein lieblicher und sehr bekömmlicher Wein wächst, mit der Umwelt nur durch eine schmale Straße und ein Bahngleis verbunden.

Ehegatten vor dem Finanzamt

Auf Grund der beiden Urteile des Bundesverfassungsgerichts vom 24. Januar 1962, die inzwischen weithin bekannt geworden sind, sind ernstlich gemeinte Arbeitsverträge zwischen Ehegatten steuerlich anzuerkennen.

Zeitraffer

Als bedeutsames Ereignis wertet die britische Öffentlichkeit den Beschluß der Arbeitgeber-Vereinigung der britischen Metallindustrie und des Kartellverbands der zuständigen Gewerkschaften, eine gemeinsame Lohnkommission zu bilden, um eine „bessere Lohngerechtigkeit“ zu erreichen.

BMW auf Bergfahrt

Im Jahre 1961 sind die Bayerische Motoren Werke AG, München, „aus dem Schneider gekommen“. Über dem Berg wollen sie 1963 sein, wenn alles programmgemäß verläuft und der Mittelklassewagen, wie erwartet, die Tücken des Automobilmarktes meistert.

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