Die Deutsche Länderbank AG, Frankfurt am Main–Berlin, war bis 1945 Konzernbank der IG-Farbenindustrie. Sie wurde 1945 von den Sowjets geschlossen und unter alliierte Kontrolle gestellt. 1953 wurde sie wieder zum Geschäft zugelassen und nach Frankfurt am Main verlagert. Zunächst firmierte sie, um Verwechslung mit der damaligen Bank deutscher Länder auszuschließen, als Westdeutsche Handelsbank AG. Inzwischen hat sie ihren alten Namen wieder angenommen. Ihre Aktien befinden sich in der Hand Schweizer Finanz- und Bankkreise. Sie ist inzwischen als filiallose Regionalbank gut ins Geschäft gekommen. Das Jahr 1961 hat allen Erwartungen entsprochen. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Einlagen um 6 Mill. erhöht, die Ausleihungen sind um 10 Mill. gestiegen. Die zusätzlichen Mittel, welche die Bank für ihre Kreditausweitung gebrauchte, wurden durch den Verkauf von Wertpapieren beschafft. Die entsprechenden Bestände haben sich von 31 auf 16 Mill. verringert. Eine Betrachtung der Bilanz zeigt, daß das Kreditvolumen um eine Kleinigkeit höher ist als die Gesamtverpflichtungen im Betrag von 48 Mill. Die großen eigenen Mittel erlauben es dem Institut, die Einlagen und hereingenommenen Gelder voll im Kreditgeschäft einzusetzen. Das Institut ist bemüht, das Bilanzbild klarer zu gestalten. Das Grundkapital wurde von nominell 15 Mill. auf 9,5 Mill. durch Einziehen aktivierter eigener Aktien herabgesetzt. Das hat zu einer Verkürzung der Bilanzsumme geführt. Hierzu hat ferner beigetragen, daß Rückstellungen im Betrag von 6 Mill. bestimmungsgemäß verwendet wurden. Mit 18 Mill. sind diese aber nach wie vor sehr hoch. Sie sind für die üblichen Zwecke, aber auch für die Rückgabe von Ausgleichsforderungen im Betrag von 5,6 Mill. gebildet worden. Im übrigen haben sich die Ausgleichsforderungen von 2,8 auf 6,1 Mill. erhöht, vor allem durch die Umstellung eines seit Jahren in Schwebe gehaltenen größeren Reichsmark-Guthabens.

Das Institut ist mit seinen Bemühungen, die alten Konten zu bereinigen, um ein gutes Stück weitergekommen. Es hat damit eine Basis gewonnen, auf der eine expansive Geschäftspolitik betrieben werden kann. Das Neugeschäft ist dabei durchaus ertragreich, zwar wurde 1961 nicht so viel verdient wie im Vorjahr, jedoch war es wiederum möglich, 6% Dividende an die Aktionäre zu zahlen. W. R.