„Wenn Sie gegen die Todesstrafe schreiben, gehören Sie zu den Totengräbern unseres Volkes.“

„Es kann von mir nicht erwartet werden, daß ich eine Zeitung als Protestant unterstütze, die den Untergang unserer westlichen Welt so mitvorbereiten hilft.“

Leserbriefe an „Christ und Welt“ zu einem Artikel gegen die Todesstrafe.

Wenn irgendwo ein gemeiner Mord begangen wird, pflegt der Ruf nach der Todesstrafe zu erschallen. Muß diese Debatte immer weitergehen? Die Argumente sind alle schon hundertmal vorgebracht worden. Für die Bundesrepublik hat das Grundgesetz die Entscheidung getroffen. Und doch widmen sich immer von neuem Wissenschaftler dieser Aufgabe, nicht zuletzt mit dem Ziel, die in dieser unseligen Diskussion gebundenen Kräfte freizumachen für Wichtigeres.

So sind in jüngster Zeit zwei bemerkenswerte Schriften über dieses Thema erschienen –

„Die Frage der Todesstrafe“ – Zwölf Antworten; R. Piper & Co Verlag, München; 185 S., 6,80 DM

Wolf Middendorff: „Todesstrafe – Ja oder Nein?“; Verlag Rombach, Freiburg; 80 S., 5,80 DM.