Er und seine Go-Kart-Getreuen wollen wissen, daß die Sehnsucht nach motorsportlichem Messen mit zunehmender Motorisierung immer ’größer, auf verstopften Straßen aber gleichzeitig schwerer zu erfüllen sein wird. Sie leiten daraus einen Zustrom für ihren Rennsport ab, der "schon heute nur in den Fahrzeugen vom großen Bruder Autorennsport zu unterscheiden ist."

König Hussein sagte ab

Bisher konzentrierten sich Zustrom und Interesse freilich immer erst und nur dann auf ein Go-Kart-Rennen, wenn sich Stars, natürlich bekannt von Film und Fernsehen, effektvoll in die spartanischen Fahrersitze fallen ließen.

Bahnbesitzer Christian Thomes erkannte diese Zugkraft schnell und wandte sich denn auch an König Hussein und Exkaiserin Soraya mit der Bitte, nach Möglichkeit zu einem Dortmunder Go-Kart-Rennen zu erscheinen. Hussein lehnte trotz der angebotenen Fahrgeldvergütung freundlich aber bestimmt mit der Begründung ab, die kritische politische Lage im Nahen Osten verbiete leider seinen Start. Soraya enthielt sich der Stimme. Zur Stelle war nur Ex-Europameister Erich Schöppner.

Thomes zweifelt nicht daran, daß er diese Vorspanndienste un- und bekannter Größen eines Tages nicht mehr nötig haben wird. "Unsere Go-Kart-Stars werden so berühmt wie Rahn und Seeler und Scholz und Schöppner sein und dann ihrerseits vom Film zu Bällen eingeladen werden", hofft Dortmunds Bahnbesitzer, der bis dahin emsig wirbt, um italienische Go-Karts an den kommenden Start zu bringen. Denn der Star in spe braucht natürlich einen eigenen "Schemel" und kann sich nicht mit Erzeugnissen begnügen, die leihweise für Kegelklubs und rennsportbegeisterte Fußballmannschaften feilgeboten werden.

Die Preise dieser Karts reichen von 400 DM für den Eigenbau bis zu 4000 DM für den Luxus-Renner. Für Wettfahrten kommen nur teure Spezialbauten in Frage, die meist von bezahlten Werksfahrern benutzt werden.

Mit dem Ur-Go-Kart, das der Amerikaner Art Iglas 1956 konstruierte, verbindet die ausländischen Spezialmaschinen nur noch wenig. Die auf Kunstdruckpapier verbreitete Geschichte des Go-Karts setzt an den Anfang einen primitiven Rahmen mit vier Rädern, die von einem Rasenmähermotor angetrieben wurden. Iglas, selbst erfolgreicher Automobilrennfahrer, baute das Fahrgestell für seinen Sohn, um den bittstellenden Filius an Versuchen im richtigen Rennmobil zu hindern.