Aber die großen Probleme des Sports blieben ungelöst

Von Heinz Maegerlein

Der Philosoph Eduard Spranger hat unsere Zeit ein Jahrhundert des Rekords und des Sports genannt. Die Kultur sei soweit fortgeschritten, meint er, daß die Menschen Gefahr liefen, ganz „Geist“ zu werden und dabei „vital“, d. h. in der Dreieinigkeit der Grundkräfte des Körpers, des Geistes und der Seele abzusterben.

Im Sport aber, so argumentiert Spranger, versuchen nun unsere Vitalenergien durch die Wertzone des Geistigen und Seelischen sich hindurchzudrängen, und so entsteht jene vielsagende Spannung, mit der heute das öffentliche Interesse auf sportliche Leistungen gerichtet sei. Es drücke sich darin – immer nach Spranger – die Angst der modernen Kulturmenschheit aus, über Geistigkeit und Nervenkultur die Basis des gesunden physischen Daseins zu verlieren.

Im letzten Monat des Jahres starb der große Praeceptor des deutschen Sports, ein Freund Sprangers: Carl Diem. Die Leitidee seines Lebens war es demgegenüber, den Sport zu vergeistigen. In der Nachfolge Coubertins galt Prof. Diem als die Autorität des Internationalen Olympischen Komitees, obwohl er ihm nie als Mitglied angehörte.

Blicken wir auf das Sportjahr 1962 zurück, so müssen wir wohl Spranger – Carl Jaspers und Ortega y Gasset haben übrigens ganz ähnliche Gedankengänge in ihren Büchern und Vorträgen entwickelt – zustimmen, wenn es aus der Optik der Bundesrepublik auch einige wichtige Einschränkungen zu machen gilt.

Allein zwanzig Weltmeisterschaften