Waren Sie schon einmal in Nymphenburg? Nein? Na, das müssen Sie aber bald nachholen.

Sie sind Preuße? Aber das macht doch nichts. Kürzlich führte unser Herr Oberbürgermeister sogar Gäste aus Afrika mitten hinein ins bayerische Rokoko. Nach den bayerischen Wahlen soll jeder bayerische Staatsbürger durch Handschlag verpflichtet werden, künftig einen Tag im Monat für einen Besuch in Nymphenburg zu reservieren, womit eine weitere Steigerung des bürgerlichen Staatsbewußtseins erhofft wird.

Keiner von diesen getreuen Bürgern wird es freilich soweit bringen wie einer der berühmtesten Schriftsteller unserer „Zeit“, der sich, ungeachtet seiner Berühmtheit, weiterhin schlicht und bescheiden Wolfgang Ebert nennt.

Und doch geht sein Ruf bereits über die Grenzen unseres Bayernlandes hinaus. Tausende und Abertausende haben mich auf den Wegen des Schlosses schon angehalten und nach ihm gefragt.

Ich gab der begeisterten Menge geduldige Auskunft, wies darauf hin, daß der verehrte Mann so häufig unter dem Druck der „Zeit“ stehe, und ließ auch seine Gemahlin Ingwelde nicht unerwähnt, die ihn sehr in Anspruch nehme.

Man gab sich mit dieser Auskunft zunächst zufrieden und zerstreute sich. Froh, der Menge so glimpflich entronnen zu sein, machte ich mich auf den Weg zur Amalienburg, wobei ich mich einer glücklichen Meditation über den Meister hingab.

Plötzlich fiel mir ein Mann auf, der sich, mit hochgeschlagenem Mantelkragen und im Schutz der Bäume, einen der Fußwege hinaufdrückte, indem er sich bisweilen fast ängstlich umsah.