in dem Automatenkabinett, mit dem der Wiener Kanzlist Wolfgang von Kempelen gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch die halbe Welt zog, war der mechanische Schachspieler: ein überdimensionaler Blechtürke, der vor einem Schachbrett saß und die Figuren so gut zu ziehen verstand, daß er es mit den damaligen Meistern des königlichen Spiels aufnehmen konnte. Kempelens „denkender Mechanismus“ (links im Bild) wurde jedoch als großer Bluff entlarvt. Ein Mann von zwergenhaftem Wuchs, der sich seit seiner Kindheit im Schachspiel geübt hatte, saß im Spieltisch und steuerte die Apparatur. Kempelen hat wahrscheinlich ernsthaft versucht, ein denkendes Gerät zu bauen, denn er verstand sich auf programmgesteuerte Mechanismen. Aber dieser Versuch mußte scheitern. Obgleich die Informationsspeicher der Automaten des 18. Jahrhunderts beachtliche Kapazitäten hatten, reichten sie bei weitem nicht dazu aus, auch nur die möglichen Züge zweier Figuren auf dem Schachbrett zu registrieren. Erst die Elektronik läßt die strategische Maschine Wirklichkeit werden. Zwar gibt es noch keinen Automaten, der ein vollendetes Schachspiel liefert, aber er wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Zum perfekten Damespiel läßt sich bereits jeder größere Digitalrechner – im Bild rechts ein IBM-Gerät – programmieren.