sie Deutsche Dampfschifffahrts – Gesellschaft „Hansa“ in Bremen, die zu den „großen Drei“ der deutschen Seeschiffahrt zählt, durchfuhr im Geschäftsjahr 1961 ein Zwischentief. Eine ungünstige Entwicklung auf den Frachtenmärkten und ein geringfügiger Rückgang der Ladungsmenge sowie eine stärkere Rückläufigkeit in den Frachteinnahmen ließen die Schiffahrtsbetriebserlöse gegenüber dem Jahre 1960 um 15,2 auf 131,7 Mill. DM zurückfallen. Dennoch hat die DDG „Hansa“, die als erste deutsche Reederei nach dem Kriege wieder die Dividendenzahlung aufgenommen hatte, auch für das Berichtsjahr ihr Dividendensignal nicht eingeholt, wenngleich niedriger gesetzt. Der Hauptversammlung wird eine vierprozentige Dividende vorgeschlagen. Für 1960 waren 6 % ausgeschüttet worden. Darüber hinaus wird die Hauptversammlung Beschluß über eine Kapitalerhöhung um bis zu 5 Mill. DM zu beschließen haben. Die Hälfte der zu beschließenden Kapitalerhöhung soll innerhalb von drei Jahren, die verbleibende Hälfte spätestens innerhalb von fünf Jahren vorgenommen werden. Die jungen Aktien sollen den Aktionären zu pari angeboten werden.

Die rückläufigen Frachteinnahmen der DDG „Hansa“, die ihren Schwerpunkt in der Fahrt nach Burma, Persicn, Indien und Pakistan hat und sogar eine Linie von der US-Ostküste zum Persischen Golf unterhält, resultieren aus einer schlechteren Zusammensetzung der beförderten Ladung. Hochwertige Ladung wurde weniger verschifft, Massenguttransporte nahmen hingegen zu. Außerdem war der Wettbewerb härter. Der neu aufgenommene Dienst nach Madagaskar wird sich erst im neuen Jahr auswirken. In der Spanien-Portugal-Fahrt machte die Konsolidierung weitere Fortschritte.

Die Flotte umfaßt zur Zeit 26 Schwergutschiff die in der Lage sind, Schwerkolli von 120 bis 260 t mit schiffseigenem Geschirr an Bord zu nehmen oder zu löschen. Die Modernisierung der Flotte kam weiter voran; es wurden sechs neue Frachter mit je 7200 beziehungsweise 12 000 tdw in Dienst gestellt. Ein weiterer Neubau kommt im nächsten Jahr zur Ablieferung. Eine Reihe älterer Einheiten wurde dafür abgewrackt. Einschließlich der Tonnage der Partenreedereien fahren unter der „Hansa“-Flagge damit jetzt 50 Einheiten mit zusammen 443 000 Tragfähigkeitstonnen.

Die Flotte steht bei einem Gesamtanlagevermögen von 252,5 (i. V. 232,0) Mill. DM mit 213‚1 (193,0) Mill. DM zu Buch. Der Buchwert je Tragfähigkeitstonne ist im Zusammenhang mit den neuen Schiffen von 598 auf 648 DM gestiegen. Das Umlaufvermögen ist von 42,1 auf 34,8 Mill. DM verringert worden; in erster Linie auf Grund geringerer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und an Beteiligungsgesellschaften. Bei einem nahezu unveränderten Eigenkapital von 22,3 Mill. DM belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 249,0 (230,4) Mill. DM, wobei durch die Aufnahme langfristiger Darlehen zur Finanzierung des Neubauprogramms die Hypotheken und Darlehen von 156,5 auf 181,5 Mill. DM gestiegen sind.

Für das neue Jahr rechnet die Reederei mit einem besseren Betriebsergebnis, als es sich in dem 1961er-Gewinn von 0,60 Mill. DM niederschlägt. Ursache für diese Zuversicht ist, daß es inzwischen möglich wurde, Wettbewerbsmaßnahmen gegen einen Outsider abzubauen und im ausgehenden Verkehr nach Indien und Pakistan die seit fünf Jahren unveränderten Frachtraten zu erhöhen. Sml.